Neubauprojekt
Wieso es in Lenzburg ein neues Pflegeheim braucht

Das Lenzburger Stimmvolk stimmt am 25. November über das Neubauprojekt des Pflegeheims Obere Mühle ab. Vorher wird zum Tag der offenen Tür geladen.

Fritz Thut
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Das Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg soll durch einen hier mit Profilstangen markierten Pflegeheim-Neubau ersetzt werden.

Das Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg soll durch einen hier mit Profilstangen markierten Pflegeheim-Neubau ersetzt werden.

Fritz Thut

Wenn eine Firma zu einem Tag der offenen Türe lädt, will sie sich im besten Licht zeigen. Am übernächsten Samstag, 10. November, ist es ein wenig anders, wenn sich das Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg von 9 bis 18 Uhr der Bevölkerung präsentiert.

Dieser Tag der offenen Tür mit Informationen und Erlebnissen soll das Stimmvolk animieren, bei der Volksabstimmung vom 25. November ein Ja für die Beteiligung der Stadt am geplanten Neubauprojekt in die Urne zu legen.

«Wir wollen nicht zeigen wie grässlich es hier ist», schränkt Stadträtin Heidi Berner als Verwaltungsratspräsidentin der Alterszentrum Obere Mühle AG ein: «Doch wir wollen auch auf die misslichen Umstände hinweisen, aus denen unsere Mitarbeiter jedoch nach wie vor das Beste herausholen.»

Baupolizeiliche Auflagen

Das bald 50-jährige Hauptgebäude soll einem neuen Pflegeheim mit 98 Betten (bisher 72) Platz machen. Die bisherige Anlage entspricht in vielen Punkten nicht mehr den heutigen Anforderungen. Baupolizeiliche Auflagen und Mahnungen des Lebensmittelinspektorats lassen aktuell nur noch einen Betrieb zu, wenn «ein konkretes Umbau- und Sanierungskonzept» nachgewiesen wird.

Die Verantwortlichen der seit letztem Jahr von zwei gemeinnützigen Aktiengesellschaften getragenen Anlagen haben sich nach umfangreichen Abklärungen für den Neubau eines Pflegeheims entschieden. Damit sollen auch die Arbeitsabläufe vereinfacht werden: «Momentan sind die zu pflegenden Bewohner auf sieben Stockwerke verteilt», hält Zentrumsleiter Michael Hunziker fest.

«Wir wollen an unserem Tag der offenen Tür auch zeigen, wie kompliziert hier alles gebaut ist», will auch Präsidentin Berner der Öffentlichkeit vor Augen führen, welchen zusätzlichen Aufwand die gewachsenen Strukturen dem Personal bereiten. Das Essen beispielsweise legt von der Küche bis an den Tisch im «Müli-Kafi» stets einen langen Weg zurück.

Anbindung an die Stadt

Mit dem Neubau am gleichen Ort will man die einmalige Lage in unmittelbarer Nähe von Altstadt und Naherholungszone als Trumpf beibehalten. Die Bauzeit soll mit einem, später vollständig rückzubauenden Provisorium in unmittelbarer Nachbarschaft überbrückt werden.

«Wir wollen unsere Institution erneuern», formuliert Heidi Berner eine logische Schritte-Kette: «Dazu brauchen wir auch ein Provisorium, dazu braucht es Geld, die Bank braucht Sicherheiten und diese Sicherheiten gibt die Stadt.»

Mit der dem Souverän beantragten Solidarbürgschaft muss die Stadt «kein Geld in die Hand nehmen». Mit dem zusätzlichen kostenlosen Baurecht und dem jährlichen Betriebskostenbeitrag «nimmt die Stadt Lenzburg ihre Verantwortung gegenüber den älteren Mitbürgern wahr», hält Stadtammann Hans Huber fest.

Baufachmann Huber steht zum von der Träger-AG eingeschlagenen Weg: «Eine Renovation war hier nicht mehr möglich und auch das Provisorium ist wohlüberlegt.» Aus Solidarität mit den älteren Mitbewohnern hofft Huber auf ein Ja in der Volksabstimmung.