Hallwil
Wieso Bauer Urech im Sommer keine Zeit mehr für Ferien hat

Der Hallwiler Landwirt Oskar Urech ist ein Bauer mit Ideen. Nun ist er als innovativer Anbieter in der neuen Seetaltourismus-Broschüre aufgeführt. Urech bietet Camping-Urlaubern auf seinem Haldenhof einen Platz zum übernachten an.

Fritz Thut
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Seetaltourismus-Leiterin Fabienne Vollenweider und der Hallwiler Landwirt Oskar Urech beim Wohnmobil-Stellplatz vor dem Haldenhof, der mit weiteren Innovationen aufwartet.

Seetaltourismus-Leiterin Fabienne Vollenweider und der Hallwiler Landwirt Oskar Urech beim Wohnmobil-Stellplatz vor dem Haldenhof, der mit weiteren Innovationen aufwartet.

Fritz Thut

«Der etwas andere Campingplatz». Mit dieser Beschreibung ist das neueste Angebot des Hallwiler Haldenhofs in der druckfrischen Broschüre «Ferien für Entdecker» aufgeführt, mit der Seetaltourismus «Innovatives Schlafen und Essen im Seetal» propagieren will.

Gerade in der noch vorwiegend ländlichen Umgebung rund um Hallwiler- und Baldeggersee gibt es eine Fülle von touristischen Angeboten, abseits der traditionellen Pfade. Andernorts ist diese Palette unter dem Begriff Agro-Tourismus gebündelt, doch hierzulande ist vieles der Initiative der einzelnen Bauern überlassen, denn Unterstützung durch kantonale Landwirtschaftsämter oder Verbände fliesst höchstens spärlich.

12 Franken pro Nacht

«Ich mache es aus Überzeugung», stellt Landwirt Oskar Urech klar. Sein «Campingplatz» besteht aus Stellplätzen für Wohnmobile. Die motorisierten Camper haben Gelegenheit, ihr Gefährt an den Strom anzuschliessen und Wasser steht auch zur Verfügung.

Infos zu «Innovatives Schlafen und Essen»

Die neue Broschüre von Seetaltourismus mit dem Titel «Ferien für Entdecker» entstand mit Mitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP).

Fabienne Vollenweider, Leiterin von Seetaltourismus und zusammen mit der externen Begleiterin Diana Fry hauptverantwortlich für die Broschüre, schildert, wie die Angebote während des Projekts erweitert wurden: «Zuerst wollten wir ‹innovatives Schlafen› präsentieren und haben es nachher aufs Essen ausgeweitet.»

So findet man neben Schlafen im Stroh, im Weinfass, im australischen Swag-Schlafsack, im Tipi-Zelt, auch viele originelle Verpflegungsmöglichkeiten und Angebote für kulinarische Mitbringsel.

Die Broschüre kann auf dem Seetaltourismusbüro in Lenzburg, bei vielen Tourismusanbietern und Gemeindekanzleien im ganzen Seetal bezogen werden. (tf)

Obwohl der Haldenhof nicht an einer Durchfahrtsroute liegt und gerade jetzt während der Sperrung der Seetalstrasse in Hallwil schwierig zu erreichen ist, hat sich das neue Angebot dank Einträgen in einschlägigen Internetverzeichnissen herumgesprochen. Bereits 10 bis 12 Mal konnte Urech den Übernachtungsbeitrag von 12 Franken einziehen.

Dies ist natürlich nicht alle Welt, doch eins kommt zum andern: «Fast alle Wohnmobilgäste haben sich noch in unserem Laden mit Produkten eingedeckt», weist der Haldenhofbauer auf die Synergiewirkung hin. Wie bei andern Landwirtschaftsbetrieben kann man beim Haldenhof-Laden Produkte wie Gemüse und Fleisch aus erster Hand erstehen. Honig und hausgemachte Konfitüre gibt es auch, sowie mittwochs Brot und samstags Brot, Zopf und Süssgebäck – frisch aus dem Ofen.

Wissensvermittlung im Labyrinth

Zwischen Hofladen und Stellplätzen hat Urech sein Angebot schon mehrmals ausgebaut. Von Mai bis September steht direkt neben dem Hof ein Pflanzenlabyrinth. Die engen Wege zwischen den Maispflanzen führen zu verschiedenen Posten und werden so zu einem Ackerlehrpfad. Wer die dort aufgeführten Informationen gut speichert, kann bei einem Wettbewerb interessante Preise gewinnen. «Hier geht es mir auch darum, aussenstehenden Leuten Wissen rund um die Landwirtschaft zu vermitteln», so der innovative Agronom.

Im «Pintli» mutiert der Landwirt zeitweise zum Wirt. Bis zu 70 Personen können unter einem grossen Zeltdach verköstigt werden. Jeweils sonntags ist geöffnet, aber Gesellschaften können sich für Feiern jeder Art jederzeit anmelden. Ein riesiger Tatarenhut oder ein grosses Fonduekessi stehen für solche Anlässe auch zur Verfügung.

Diese originelle Eventgastronomie entspricht offensichtlich einem Bedürfnis: «Zwischen Sommer- und Herbstferien haben wir für fast jedes Wochenende schon Reservierungen», so Oskar Urech.

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