Ein Hauptgeschäft an der Einwohnerratssitzung von heute in einer Woche ist die Beteiligung der Stadt Lenzburg an den Alterseinrichtungen. Die Stadt erachtet es als wichtige Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Mitbürgern Wohn- und Pflegeeinrichtungen im sogenannt dritten Alter zur Verfügung stehen.

Neubauten stehen an

Weil die Einrichtungen im Alterszentrum Obere Mühle (Azom) vor einem grossen Umbruch stehen, ist der Zeitpunkt für grundlegende Änderungen ideal: Die teilweise über 40 Jahre alten Bauten entsprechen den aktuellen Anforderungen nicht mehr und müssen bald einem Neubau Platz machen – die Betriebsbewilligung wurde jüngst vom Kanton nur unter Vorbehalten und mit Auflagen erneuert.

Aber nicht nur die räumliche Infrastruktur bedarf einer radikalen Erneuerung. «Die heutige Entwicklung verlangt nach wirtschaftlichen Strukturen», steht in der stadträtlichen Botschaft.

Um den aktuellen und zudem den sich stets wandelnden Anforderungen an Pflege- und Betreuungsinstitutionen gerecht zu werden, wurden in Lenzburg dem vor gut 50 Jahren gegründeten Verein für Alterswohnheime der Gemeinde Lenzburg zwei separate Aktiengesellschaften mit klaren Aufträgen zur Seite gestellt. Der Einwohnerrat hat jetzt über die Beteiligung der Stadt an diesen beiden AG zu entscheiden.

Klare Zweckbestimmungen

Die Alterszentrum Obere Mühle AG hat ihre Hauptaufgabe in Artikel 2 der Statuten wie folgt definiert: «Die Gesellschaft bezweckt die Führung des Alterszentrums Obere Mühle sowie die Bereitstellung von zweckmässigen Wohn- und Betreuungsformen und adäquater Pflege zugunsten der älteren Bevölkerung von Lenzburg sowie umliegender Gemeinden.»

Neben dieser Betriebs-AG gibt es eine Obere Mühle Alterswohnungen AG, die sich hauptsächlich um «die Verwaltung und Vermietung im Bereich des Wohnens im Alter zu moderaten Mietzinsen» kümmert. Die beiden Gesellschaften sind momentan mit je einem Kapital von 500000 Franken (500 Namenaktien zu 1000 Franken) ausgestattet. Der Trägerverein ist vorerst noch Alleinaktionär.

Stadt will 23 Prozent erwerben

Nach dem Willen des Stadtrates (und des Vereinsvorstandes) soll sich dies nun ändern. Mit der Umwandlung des beim Bau der Alterswohnungen an der Wylgasse gewährten 1,5-Millionen-Franken-Darlehens in eine Aktienkapitalerhöhung der Betriebs-AG zum Zehnfachen des Nominalbetrags wird die Stadt einen Anteil von 23 Prozent erwerben.

Mit bereits erfolgten Vorleistungen erwirbt die Stadt zudem einen Fünftel der Alterswohnungen-AG. Damit nimmt sie die ihre Aufgabe im Bereich der Vermittlung von einfachen, billigen Wohnungen wahr.

Beiträge fliessen auch künftig

«Mit der Beteiligung an den neuen Trägerschaften wird die Einflussmöglichkeit der Stadt erhöht», begründet der Stadtrat seine Anträge. In ergänzenden Verträgen ist festgehalten, dass die Stadt mindestens einen Sitz in einem fünfköpfigen Verwaltungsrat bekommt, gar deren zwei bei einem grösseren Gremium. Natürlich wird die Stadt im Rahmen von Vereinbarungen auch künftig Betriebs- und Baubeiträge ans Alterszentrum leisten (müssen).