Die Idee des Crowdfundings macht sich Bremgarten für die Finanzierung einer öffentlichen Einrichtung zunutze. So versucht etwa der Stadtammann Raymond Tellenbach, Geld für die Badi Isenlauf zu sammeln. Mit Flyern bewaffnet geht er auf die Strasse, um Passanten für das Crowdfunding-Projekt «Schwimmen für alle» zu begeistern.

Der Grund: Ab Wiedereröffnung im Februar/März 2017 werden aufgrund hoher Sanierungskosten und steigender Unterhaltsaufwendungen die Tarife erhöht, wie die Urheber auf der kostenfreien Plattform www.100-days.net schreiben, wo das Projekt veröffentlicht wurde. 564 Personen haben bereits insgesamt 77'545 Franken gespendet, allerdings sind das erst etwa 12 Prozent vom Betrag, den Tellenbach sammeln will, wie er gegenüber «Tele M1» erklärt. Satte 600'000 Franken müssten zusammenkommen, um ein Jahresabo für 100 statt 400 Franken anbieten zu können.

Crowdfunding: Neue Allzweck-Waffe?

Crowdfunding: Neue Allzweck-Waffe?

Bremgarten finanziert die Schwimmbad-Renovation durch Crowdfunding. Mit dem Geld von Privatpersonen wird also eine öffentliche Einrichtung finanziert.

20'000 Franken innerhalb weniger Tage

Bisher erfolgreicher Geld gesammelt hat hingegen Jörg Kyburz, Geschäftsleiter von Lebensraum Lenzburg Seetal, der eine regionale Crowdfunding Plattform führt: Bereits innerhalb von wenigen Tagen waren die nötigen 20'000 Franken beisammen, um den alten Aaresteg bei der Holderbank wieder für Fussgänger zu eröffnen. Seit Jahren ist es ein Anliegen der Bevölkerung, aber die Sanierungkosten des maroden Stegs konnten die anliegenden Gemeinden nicht alleine stemmen. 

Skeptischer sieht Kyburz die Zukunft des Bremgartner Projekts: Es sei eher unwahrscheinlich, 600'000 Franken über eine solche Plattform zu finden, so sein Urteil. Doch Bremgartens Stadtammann gibt noch nicht auf. Im Gegenteil: Ein Crowdfunding-Projekt könnte er sich auch für die Bibliothek vorstellen.