Strassensanierung
Wie die Boniswiler Seetalstrasse saniert werden soll

Der Orientierungsabend über die Umgestaltung und die Sanierung der Seetalstrasse in der Gemeinde Boniswil stiess bei der Bevölkerung auf grosses Interesse.

Fritz Thut
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Die Seetalstrasse in Boniswil wird saniert und soll neu gestaltet werden. Toni Widmer

Die Seetalstrasse in Boniswil wird saniert und soll neu gestaltet werden. Toni Widmer

Die Seetalbahn verkehrt in Boniswil seit gut drei Wochen auf dem neuen Trassee und auf der alten Strecke entlang der Kantonsstrasse sind bereits die ersten Schienen herausgerissen. Da richtet sich das öffentliche Interesse im Dorf auf die Zukunft der Seetalstrasse. Der Orientierungsabend über die Neugestaltung und Sanierung war sehr gut besucht.

Zum Glück hat man den Anlass aus dem kleinen Gemeindesaal in den Saalbau verlegt. Das Interesse an der geplanten Neugestaltung der das Dorf durchschneidenden Seetalstrasse war sehr gross. Viele Boniswiler wollten wissen, wie sich ihre Gemeinde dereinst präsentieren wird.

Einfluss auf Steuerfuss?

Gemeindeammann Gérald Strub und Kurt Gander, zuständiger Projektleiter beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), orientierten über die geplanten Anpassungen sowie die finanziellen Auswirkungen auf Boniswil. Das dreigeteilte Strassenprojekt sowie parallel auszuführende Werkleitungssanierungen und Anpassungen belasten die Gemeinde in den nächsten Jahren mit rund 4,8 Millionen Franken. Diese Geschäfte stehen am 31. Mai auf der Traktandenliste der Gemeindeversammlung. Dieses Vorhaben werde eine «Anpassung des Steuerfusses notwendig» machen, so der mit offenen Karten spielende Gemeindeammann.

Vorerst – erst recht angesichts des guten Abschlusses 2010 – ist zwar noch kein Erhöhungsantrag in Sicht, doch wenn die Arbeiten, die aktuell für die Jahre 2013 bis 2015 vorgesehen sind, zu Buche schlagen, wird man kaum darum herumkommen. Wenn man ein gefreutes Werk bekomme, das während Jahrzehnten halte, sei der zu bezahlende Preis «ja gar nicht zu hoch», meinte in der anschliessenden Diskussion ein Votant, seine Mitbürger beruhigend: «Man muss der jüngeren Generation eine gesunde, intakte Gemeinde überlassen.»

Strassenraum wird «wohnlicher»

Ein interessantes Detail präsentierte Strub bei der Beantwortung einer weiteren Frage: Für das Strassenneugestaltungsprojekt bezahlt die Gemeinde Boniswil in etwa gleich viel wie für eine ohnehin notwendige schlichte Sanierung. Dies hängt damit zusammen, dass dank dem Zusammenhang mit der Bahnverlegung mit dem Kanton ein anderer Kostenverteiler ausgehandelt werden konnte: Statt wie sonst üblich 46 Prozent muss Boniswil an das zur Abstimmung kommende Projekt nur 37 Prozent bezahlen.

Wie sieht nun die Neugestaltung der Seetalstrasse aus? Der durch das wegfallende Bahntrassee gewonnene Platz soll nicht zur Verbreiterung der Strasse verwendet werden. Damit erfülle man ein Versprechen, das 2002 beim Entscheid für die Verlegung der Bahn abgegeben wurde.

Der Strassenraum soll aufgewertet oder, wie es Ammann Strub formulierte, «wohnlicher» werden. Oberstes Gebot bei der Planung war eine Erhöhung der Verkehrssicherheit. Um dies zu erreichen, will man generell die potenziellen Raser bremsen. Dies geschieht gemäss Kurt Gander «durch Einfahrtsbremsen, zusätzliche Verkehrsinseln und die Korrektur der bestehenden Gradlinigkeit».

Kreisel als Kernstück

Zudem will man alle Kreuzungen und Übergänge entschärfen. Kernstück der gesamten Sanierung und im Abschnitt Zentrum angesiedelt ist ein Kreisel beim «Seetalerhof», wo die Seenger- und die Leutwilerstrasse in die Seetalstrasse einbiegen. Mit einem Durchmesser von 25 Metern (bedingt durch die bestehenden Gebäude ringsherum) weist der Kreisel «die minimale Grösse» (Gander) auf. Weil die Kantonsstrasse hier Teil einer Schwerverkehrsroute ist, wird er flach ausgestaltet (also keinen markanten Schmuck in der Mitte erhalten), in Beton gebaut, dafür rundherum mit Pflästerungen garniert.

Lange haben Planer und Gemeinde um die Lösung beim Übergang Bäckerweg/Schulstrasse gerungen. Nachdem sich eine Lichtsignalanlage als unmöglich und eine Unterführung als zu teuer erwies, werden die Einmündungen hier nun versetzt und eine über 3 Meter breite Mittelinsel ermöglicht Fussgängern eine gefahrlosere Überquerung.

Strecke mit Bäumen versehen

Die ganze, 1,5 Kilometer lange Strecke wird mit Bäumen versehen, mit Schotterrasen wird teilweise ein kombinierter Geh-/Veloweg abgegrenzt, um dessen Ausführung sich die meisten Fragen drehten. Ansonsten sind die Boniswiler dem Projekt positiv gesinnt und scheinen den Baubeginn – bei optimalem Plan- und Bewilligungsverfahren – im übernächsten Jahr richtiggehend herbeizusehnen.