Steuerfussreduktion

Wie das Meisterschwander Finanzwunder zustande kommt

Meisterschwanden senkt den Steuerfuss von 65 auf 60 Prozent. (Archivbild)

Meisterschwanden senkt den Steuerfuss von 65 auf 60 Prozent. (Archivbild)

Dank eines ausserordentlichen Steuereingangs kann der Steuerfuss von 65 auf 60 Prozent gesenkt werden.

Meisterschwanden senkt den Steuerfuss von 65 auf 60 Prozent und festigt damit seine Position als drittgünstigste Gemeinde im Kanton Aargau. Das kommt umso überraschender, als wegen Corona die Budgetierung in den Gemeinden schwieriger geworden ist und die Steuereinnahmen sinken werden. Aber Meisterschwanden wird vom extrem guten Abschluss 2020 zehren können, wie den Unterlagen für die Gemeindeversammlung von 5. November entnommen werden kann. Die Gemeinde wird das laufende Jahr mit einem Ertragsüberschuss von voraussichtlich 3,5 Millionen Franken abschliessen können (veranschlagt war ein Minus von 0, 25 Millionen Franken).

Den Geldsegen verdanke Meisterschwanden «einmaligen Steuereinnahmen, die für die Gemeinde nicht vorauszusehen waren», schreibt der Gemeinderat. Er betont, von diesem Überschuss werde der Kanton in den kommenden Jahren gut die Hälfte wieder abschöpfen – für den Finanzausgleich.

Vermögen steigt auf fast 5000 Franken

«Aufgrund der positiven Ergebnisse der vergangenen Jahre beträgt das Nettovermögen pro Einwohner per Ende 2020 voraussichtlich 4767 Franken», schreibt der Gemeinderat. Wegen den geplanten Investitionen von 9,2 Millionen Franken und der Steuerfussreduktion um 5 Prozent werde sich das Vermögen pro Einwohner bis im Jahr 2025 auf 1263 Franken verringern.

Im Vergleich zu anderen Gemeinden ist das noch immer eine sehr komfortable Situation. Es ist deshalb für den Gemeinderat ein Einfaches, zu versprechen, er wolle den Steuerfuss in den kommenden Jahren «kon­stant auf tiefem Niveau halten». Die 60 Prozent sollen also keine Eintagsfliege sind.

Neben dem Budget mit der Steuerfusssenkung werden die Stimmbürger am 5. November diverse andere Geschäfte zu behandeln haben. Etwa einen Kredit von einer Viertelmillion Franken für die Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED. Oder 1,2 Millionen Franken für die Sanierung der Flückenstrasse. Damit werden unter anderem die Voraussetzungen für die Überbauung des Lenzareals (heute Créasphère) geschaffen. Der Investor wird sich an den Kosten beteiligen müssen. «Aktuell wird noch am Gestaltungsplan gearbeitet», schreibt der Gemeinderat.

1,2 Mio Fr. für den Kauf eines Einfamilienhauses

18000 Franken sind für die Schaffung einer First-Responder-Gruppe bei der Feuerwehr Oberes Seetal beantragt. Und die Trägerschaft der Kreisschule Oberes Seetal soll im Rahmen der Konzentration von Sek und Real in Fahrwangen neu geregelt werden. Statt eines Gemeindeverbandes gibts neu einen Schulvertrag und die Gemeinden werden ein Schulgeld bezahlen müssen.

1,24 Millionen Franken will der Gemeinderat für den Kauf der fast 10 Aren grossen Liegenschaft des ehemaligen Schulhausabwarts Ueli Fischer ausgeben. Damit soll das Gelände der Schulanlage Eggen arrondiert werden.

Verwandtes Thema:

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

Meistgesehen

Artboard 1