Ein falscher Klick, eine kleine Unachtsamkeit und schon ist der Hacker im System, spioniert, erpresst, klaut Daten. Und was jetzt? Antworten wurden am Mittwoch in Lenzburg geliefert. Die Mobiliar, die Raiffeisen und die Realit Treuhand AG luden ihre Kunden zu einem Vortrag über Cyber-Risk-Management ein. Hauptthema war, wie sich kleine und mittlere Unternehmen gegen Hackerattacken schützen können. Markus Fisler, Generalagent der Mobiliar in Lenzburg, begrüsste die Anwesenden mit einer speziellen Überraschung. «Die Angriffe kommen unverhofft, schnell, passieren überall. Wem gehört übrigens dieses Portemonnaie?» Ein erschrockener Mann stand auf und holte seinen gestohlenen Geldbeutel zurück.

Es folgten ein Handy, ein Autoschlüssel. Fisler hatte während dem Apéro einen Trickdieb damit beauftragt, die Gäste zu beklauen. Nach dieser Aktion hatte der Hauptreferent des Abends, Adrian Ott, die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums. Ott ist Spezialist für IT-Sicherheit bei Ernst & Young. «23 000 Schweizer KMUs wurden schon einmal Opfer eines Hacker-Angriffs», sagte er. Hauptrisiko seien die Mitarbeiter.

Meistens sind es unüberlegte Klicks auf ominöse Links, Mails oder Pop-up-Meldungen, die den Hackern Tür und Tor ins System öffnen. «Wenn Sie Opfer eines Angriffs werden, melden Sie das der Versicherung und der Polizei und machen Sie ein Back-up», riet Ott. Den Hackern Geld zu zahlen sei meist nicht erfolgversprechend.

Zum Schutz empfiehlt der Experte den Anwesenden den Cyber-Schutz aktiv ins Unternehmen zu bringen, einen Sicherheitsbeauftragten zu bestimmen und Weiterbildungen durchzuführen. Weiter sollten Passwörter bestehend aus über neun Ziffern und Buchstaben gewählt und natürlich der Virenscanner und das Betriebssystem regelmässig auf den neusten Stand gebracht werden.