Strassenverengung
Widerstand gegen «Biene Maja»-Pfosten in Ammerswil

Einwohner befürchten, dass Strassenverengung die Verkehrssicherheit gefährdet. Geplant ist, die Verengung mit insgesamt sieben «Biene-Maja»-Pfosten (gelb-schwarze Markierungspfosten) zu signalisieren.

Ruth Steiner
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Auf der Höhe Volg soll die rechte Fahrspur geschlossen werden.

Auf der Höhe Volg soll die rechte Fahrspur geschlossen werden.

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Im ganzen Dorf hat es zwei Fussgängerstreifen zum Queren der Hauptstrasse – bei der Kirche und beim Volg. Letzterer befindet sich nach den neusten kantonalen Sicherheitsvorschriften an einem gefährlichen Ort und muss deshalb um wenige Meter Richtung Gemeindehaus verschoben werden. Zusätzlich soll eine Verengung der Strasse auf eine Fahrbahn auf etwa 10 Metern Länge die Fussgängersicherheit beim Zebra-Streifen steigern. Geplant ist, die Verengung mit insgesamt sieben «Biene-Maja»-Pfosten (gelb-schwarze Markierungspfosten) zu signalisieren.

Das auf der Gemeindekanzlei bis zum 19. Juni aufgelegte Baugesuch des Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat an der Gemeindeversammlung am vergangenen Freitag für eine hitzige Debatte gesorgt. In einer Konsultativabstimmung forderten 24 Stimmbürger den Gemeinderat auf, «dem Kanton mitzuteilen, dass das Projekt verkehrsmässig sinnlos und nicht überdacht ist».

Wo liegt die Problematik des aktuellen Fussgängerstreifens? «Die Distanz zur leichten Rechtskurve von Lenzburg herkommend ist einige Meter zu kurz. Die Anlieferungsrampe zum Volg-Laden auf der einen und der Gartenzaun auf der andern Strassenseite sind genau auf der Höhe der vorgesehenen Verengung», sagt Gemeindeammann Hanspeter Gehrig.

Einspruch angekündigt

Die Fahrzeuglenker beurteilten das Projekt in der Diskussion am Freitag als «gefährlich». Die geplante Lösung halte den Verkehr auf und verursache mehr Unfälle, wurde argumentiert. Kein Verständnis für diesen Schritt hat man bei der Landi Hallwilersee, welche den Volg-Laden betreibt: «Die baulichen Massnahmen verunmöglichen die Zufahrt zur Anlieferung und kosten Parkplätze», sagt Geschäftsführer Urs Schryber. Mit andern Worten: Sie gefährden die Weiterführung des Ladens. «Der Gemeinderat kämpft um den Laden. Wir hoffen sehr, dass uns nicht Steine in den Weg gelegt werden.» Ebenso wenig erfreut zeigt sich auch Gemüseproduzentin Marianne Barmettler. Der Geschäftssitz liegt auf der gegenüberliegenden Strassenseite des Volg-Ladens. «Gemüse-Lieferwagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge müssten künftig unmittelbar bei der Verengung auf die Strasse fahren.»

Aus Sicht ihres Betriebs ein weiteres Problem ortet Barmettler bei den Pfosten: «Unsere Setzgeräte sind bis zu 3.20 Meter breit und schwanken beim Abbiegen. Da ist schnell mal ein ‹Biene-Maja-Toggel› abrasiert.» Marianne Barmettler hat bereits entschieden, gegen das Baugesuch Einspruch zu erheben, die Landi-Verantwortlichen entscheiden in den kommenden Tagen.

Rund 4500 Fahrzeuge brausen täglich durch das Dorf. Man sei vonseiten des Gemeinderats schon etwas überrascht über diese Lösung, doch könnte man leben damit, sagt Gehrig. «Für den Gemeinderat oberste Priorität hat eine sichere Querung der Strasse im Dorfzentrum, insbesondere für die Schüler und Leute, die in den Volg einkaufen gehen wollen.»