Käufer gesucht

Wer erweckt die Villa Malaga aus ihrem Dornröschenschlaf?

Die Villa Malaga in Lenzburg.

Die Villa Malaga in Lenzburg.

Das Konkursamt sucht nach einem Käufer für die Villa Malaga in Lenzburg. Sie gehörte Roland Padrutt, der zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ob seine geprellten Gläubiger dadurch entschädigt werden können, ist fraglich.

Am Balkongeländer der Villa Malaga an der Schützenmattstrasse 7 in Lenzburg hängt seit einigen Tagen ein Schild mit der Aufschrift «Liegenschaft zu verkaufen». Die aufgeführte Telefonnummer gehört einem Immobilientreuhänder in Schinznach-Bad.

Auskunft über das Geschäft erteilt allerdings das Konkursamt Aargau. Es verwaltet die Villa Malaga seit dem Konkurs über die gleichnamige Gesellschaft, mit der sich der Lenzburger Rechtsanwalt Roland Padrutt die Liegenschaft Ende 2010 aneignete. Kurz darauf begann die Staatsanwaltschaft wegen Vermögensdelikten gegen Padrutt zu ermitteln, im August 2011 wurde das Grundstück mit einer Verkaufssperre belegt.

Diese ist mit dem Schuldspruch gegen Padrutt im Mai 2014 aufgehoben worden, womit die Liegenschaft verwertet werden kann. Nachdem das ordentliche Konkursverfahren mangels Aktiven eingestellt werden musste, meldeten mehrere Grundpfandgläubiger ihre Ansprüche an. Auf dem Grundstück lasten diverse Bauhandwerkerpfandrechte.

Laut Konkursamt haben sich diese Gläubiger auf eine bestimmte Preisvorstellung geeinigt. Wie viel für die Villa Malaga hingeblättert werden muss, erfahren allerdings nur Interessenten auf Anfrage bei besagtem Immobilientreuhänder. Bei mehreren valablen Kaufangeboten wird die Liegenschaft hinter verschlossenen Türen dem Meistbietenden versteigert. Ist hingegen niemand bereit, den Mindestpreis zu zahlen, dann kommt es zu einer öffentlichen Gant.

Im besten Fall sehen nicht nur die Gläubiger der liquidierten Villa Malaga GmbH ihr Geld wieder, sondern auch jene Stockwerkeigentümer- und Erbengemeinschaften, deren Vermögen Padrutt illegalerweise in die Sanierung des herrschaftlichen Anwesens steckte. Das Bezirksgericht Lenzburg hiess entsprechende Zivilklagen in der Höhe von mehreren hunderttausend Franken gut.

Dieses Szenario ist allerdings unwahrscheinlich. Die Villa Malaga steht seit Jahren leer und verlottert, verliert somit an Wert. Es müssten schon zwei Kaufinteressenten bereit sein, einen Liebhaberpreis zu zahlen und sich gegenseitig zu überbieten.

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