Die Hallwiler-Chlausgesellschaft besteht aus 14- und 15-jährigen Burschen. Zwar ist der Brauch immer noch sehr beliebt, trotzdem hat sich im Zeitalter des Internets und des Smartphones vieles gegenüber früher verändert.

Immer noch gleich geblieben ist die Auswahl des Chefs der Horde. Er ist der älteste Bursche aus den in Frage kommenden Jahrgängen und er rekrutiert die restlichen fünf Teilnehmer. Früher erfolgte die Kontaktaufnahme zu möglichen Chlauskandidaten oft persönlich oder durch einen Telefonanruf. In der heutigen Zeit jedoch geschieht dies oft über moderne Medien wie etwa WhatsApp oder Facebook.

Bis die Chläuse am zweiten Donnerstag im Dezember losstürmen können, braucht es jeweils eine seriöse Vorbereitung. Neben dem Organisieren des Materials wie Pferdeschwänze, Ruten etc. ist die Kondition der Burschen sehr wichtig. Immerhin rennen sie an diesem Abend mehrere Stunden umher. Dies setzt ein seriöses Training voraus. Deshalb wird etwa drei Monate vor dem Chlaus-Termin damit begonnen, einmal in der Woche miteinander joggen zu gehen.

Von Haus zu Haus

Schliesslich ist der grosse Tag da. Die Hallwiler Chlausgesellschaft stürmt um 17 Uhr aus dem Schulhaus ins Freie in einen viel zu warmen Dezemberabend. An Lederriemen sind Schellen und Glocken in verschiedenen Grössen befestigt, zudem ist jeder Chlaus mit einem Pferdeschwanz ausgerüstet, mit dem er den Zuschauern eins überziehen kann. Die Jumpfere trägt einen Sack voller Nüsse und Mandarinen, der Wächter ist mit Säbel, Horn und einem Tornister mit selbst gemachten Ruten ausgerüstet und der Möörech waltet als Kassier.

Schliesslich führt der Root mit feurigem Gewand und einer dämonischen Maske die gesamte Horde an. So ziehen sie von Haus zu Haus und bitten um einen kleinen Obulus. Im Gegenzug dafür werden die Bewohner mit Nüssen und Mandarinen beschenkt.