Lenzburg
Wenn die Pro Senectute bei der Steuererklärung hilft

Alljährlich flattert die Steuererklärung ins Haus. Für jene, die Hilfe beim Ausfüllen brauchen, gibt es in Lenzburg Hilfe. Mitarbeiter der Pro Senectute helfen Interessierten zurzeit wieder bei der Steuererklärung.

Irena Jurinak
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Aargauer Zeitung

Eines Tages traute sich Silvia Hirsbrunner (71) nicht mehr, ihre Post zu öffnen, geschweige denn das Couvert mit der Steuererklärung. «Ich war überfordert», sagt die Seniorin. Dabei habe sie selbst mal bei einer Bank gearbeitet. Dank Christoph Urech ist das heute wieder anders. Der 63-Jährige arbeitet seit über fünf Jahren als Mitarbeiter im Steuererklärungsdienst der Pro Senectute. Einmal pro Jahr hilft er älteren Menschen im Bezirk Lenzburg beim Ausfüllen der Steuererklärung. «Zurzeit habe ich viel zu tun, pro Tag mache ich bis zu fünf Steuererklärungen.»

Er besucht die Klienten zu Hause. «Wenn ein Dokument fehlt, kann man es gleich heraussuchen.» Vor dem Besuch erhält der Klient ein Merkblatt mit den Dokumenten, die vorzubereiten sind. Selbstverständlich behandelt Christoph Urech alle Informationen streng vertraulich.

Grosse Erleichterung

«Ich bin immer erstaunt, wie schnell das geht», sagt Silvia Hirsbrunner. Eine Riesenlast sei von ihr abgefallen. «Schön ist, dass es jemand ist, der in einem ähnlichen Alter ist wie ich. Das Einfühlungsvermögen ist ganz anders.» Auch dass Christoph Urech immer pünktlich ist, schätzt sie sehr.

«Die Vertrauensbasis zwischen mir und meinen Klienten ist wichtig», sagt Christoph Urech, der lange Jahre auf einer Bank und in einer Treuhandfirma tätig war. «Es ist eine andere Arbeit als Pflegearbeit, aber auch ich stelle mich auf die Menschen ein und sie können mich bei Rückfragen jederzeit anrufen.»

Den Kontakt zwischen Steuerberatern und Klienten stellt Pro Senectute her. «Langjährige Klienten freuen sich auf den Besuch des Beraters und möchten immer die gleiche Person. Das ist auch ein soziales Netz», sagt Heidi Schatzmann, Stellenleiterin der Pro Senectute Bezirk Lenzburg.

Unkostenbeitrag für Dienstleistung

Die Berater werden von Mitarbeitern des kantonalen Steueramtes geschult, ausserdem steht ihnen eine Hotline zur Verfügung. Im letzten Jahr füllten 82 Mitarbeiter der Pro Senectute im ganzen Kanton Aargau rund 1300 Steuererklärungen aus, im Bezirk Lenzburg betreuen 5 Fachleute rund 140 Mandate pro Jahr. «Tendenz steigend», sagt Schatzmann.

Die Dienstleistung wird durch einen vom Einkommen abhängigen Unkostenbeitrag gedeckt. Die Steuerberaterinnen und -berater erhalten eine kleine Entschädigung, es steckt aber auch viel Sozialzeit in dieser Arbeit.

Pro Senectute bietet auch einen administrativen Dienst an. Einmal pro Monat hilft ein Berater bei Zahlungen. «So was kann einem über den Kopf wachsen», sagt Schatzmann. Oft würden Dokumente in einer Schublade gesammelt. Der Berater hilft, diese zu ordnen. Auch Silvia Hirsbrunner nimmt den Dienst in Anspruch: «Ich hatte einen längeren Klinikaufenthalt und wusste, dass bei mir keine Rechnung liegen bleibt. Das war eine grosse Erleichterung.»