Seetal
Weniger Arbeit für die Müllschlucker vom Hallwilersee

Nach den erfolgreichen Putzaktionen der vergangenen Jahre wird der Clean-up Day Seetal zur Tradition. Am diesjährigen Clean-up Day wurde weniger Müll gesammelt als auch schon – ein Erfolg.

Brigitte Widmer
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Puzzlestein für eine saubere Umwelt: Eine Mulde schluckt den Müll, den die grossen und kleinen Freiwilligen zusammentragen.bwi

Puzzlestein für eine saubere Umwelt: Eine Mulde schluckt den Müll, den die grossen und kleinen Freiwilligen zusammentragen.bwi

Man kann sich darüber ärgern, Leute beschimpfen, Bussgelder aussprechen – oder man kann sich bücken und den Unrat entsorgen. Genau das taten unzählige Freiwillige, die sich am Samstag am Internationalen Clean-up Day beteiligten. Darunter waren auch Helfer aus den Gemeinden Seengen, Boniswil, Birrwil und Beinwil am See.

Nach den erfolgreichen Putzaktionen der vergangenen Jahre wird der Clean-up Day Seetal zur Tradition. Beim Schloss Hallwil sammelten junge und ältere Menschen in Stiefeln, mit Handschuhen und Müllsack ausgerüstet, Weggeworfenes ein. In Boniswil trafen sich rund 25 Helferinnen und Helfer morgens um halb neun beim Schulgebäude ein. Bei zwölf Grad Celsius begrüssten Renate Schaffner und Ann Walter vom Vorstand «Natur & Umwelt» die Arbeitswilligen.

«Wir können mit dieser Aktion nicht die ganze Welt retten», sagt Renate Schaffner. Die Organisatorinnen sind sich bewusst, dass es immer neuralgische Punkte gibt, wo Abfall durch Gedankenlosigkeit hingeworfen wird. Die Sauberkeit werde nach dem Clean-up kein Jahr anhalten. Und doch sei damit ein Puzzlestein für eine saubere Umwelt gelegt.

2007 das erste Mal

Der Clean-up Day fand im Jahre 2007 initiiert durch Renate Schaffner das erste Mal im Seetal statt. Der Regionalplanungsverband (Repla) machte den Anlass später allgemeingültig.

Müll befindet sich nicht nur auf Spazierwegen oder im Gebüsch. Für den Clean-up in Boniswil wurde die Tauchgruppe Hallwilersee aufgeboten. Berufsfischer Heinz Weber führte die «Wassergruppe» mit dem Boot auf den See. Für Taucher Walter Studer aus Menziken ist der Tauchgang ein Plausch. Gleichwohl es schönere Tauchgebiete gebe, bieten er und seine Kollegen gerne ihre Unterwasserhilfe an. Denn während der Tauchgänge fand die Gruppe schon allerlei Kurioses. Waffen, einen 200 Kilo schweren Boiler, gestohlene Töffli, Heizkörper oder Zigarettenautomaten.

Abfall oder Schätze

Auffallend waren die vielen jungen Teilnehmer. Viele Eltern lebten dem Nachwuchs vorbildlichen Umgang in der Natur vor. Die neunjährige Hannah ärgert sich ein bisschen über achtlos weggeworfenen Müll. «Die Leute passen einfach zu wenig auf», erklärt sie.

In Beinwil am See trafen sich rund 45 Helfer. Im Vergleich zum Vorjahr (120 Helfer) ein eher bescheidenes Grüppchen. Parallelanlässe von Fussball-, Hockeyclub oder Erzähltal im Seetal sorgten für Terminkollisionen. Für Gemeinderätin Jacqueline Widmer ist der Tag trotzdem ein Erfolg. Sie freut sich, dass viele Eltern ihren Kindern umweltbewusstes Verhalten vorleben. Für viele Kinder stand eh nicht das Sammeln von Abfall im Vordergrund, sondern das Finden von Schätzen. Dass am Schluss weniger Abfall als im Vorjahr gefunden wurde, wurde positiv gewertet. Ein Zeichen, dass der Tag nachhaltig wirkt.