Othmarsingen

Weiterer Austritt aus Lindenfeld

Das Pflegeheim Lindenfeld ist dem Othmarsinger Gemeinderat zu weit entfernt. (Archiv)

Das Pflegeheim Lindenfeld ist dem Othmarsinger Gemeinderat zu weit entfernt. (Archiv)

Die Mitgliedschaft beim Pflegeheim sei nicht mehr nötig, findet der Gemeinderat von Othmarsingen. Er verlässt den Gemeindeverband Lindenfeld.

Nach dem Austritt von Staufen und Reitnau aus dem Gemeindeverband Lindenfeld könnte mit Othmarsingen schon bald die nächste Gemeinde aussteigen. Der Souverän muss an der Gemeindeversammlung vom Freitag darüber abstimmen.

Als Othmarsingen dem Verband 1985 beitrat, war es für Gemeinden noch Pflicht, Mitglied eines Pflegeheims zu sein. Mittlerweile haben sich die gesetzlichen Grundlagen geändert, man ist lediglich noch dazu verpflichtet, Pflegeplätze anzubieten. Seit 2014 tut dies Othmarsingen, indem die Gemeinde eine Pflegevereinbarung mit dem «Tertianum im Lenz» in Lenzburg abgeschlossen hat. Für die auf Pflegeplätze angewiesenen Othmarsinger reicht dies laut Gemeinderat aus. «Mittlerweile bestätigt auch der Kanton, dass Überkapazitäten geschaffen wurden», heisst es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung. Auch liege das Pflegeheim Lindenfeld zu weit von Othmarsingen entfernt.

Nach Abwägen der Vor- und Nachteile ist sich der Gemeinderat sicher, dass Othmarsingen vom Verband nicht mehr profitieren kann und beantragt deshalb den Austritt. Vor Staufen und Reitnau sind auch Rupperswil, Fahrwangen und Meisterschwanden ausgetreten. Seither sind im Verband noch 26 Gemeinden dabei.

Sanierungen für 1,16 Millionen

Weiter muss die Gemeindeversammlung über zwei Verpflichtungskredite abstimmen: Einerseits über 240'000 Franken für die Sanierung des Ringwegs, andererseits über 920'000 Franken für Werkleitungs- und Strassensanierungen. Die Erneuerungen am Ringweg sollen mit den Arbeiten der AEW Energie AG einhergehen und umfassen eine Sanierung der Kanalisation, der Wasserleitungen, der Kabel-TV-Leitungen sowie der Strassenbeläge.

Mit den 920'000 Franken für den zweiten Kredit will die Gemeinde am Garten- und Haldenweg, an der alten Lenzburgerstrasse, am Spannhagweg und an der Rosenstrasse Sanierungen durchführen. Betroffen sind auch hier hauptsächlich Wasserleitungen und Kanalisationen. An der alten Lenzburgerstrasse und am Spannhagweg kommen Belagssanierungen hinzu, bei Letzterem zusätzlich eine Erweiterung des Multimedianetzes.

Kredit überschritten

Doch nicht nur bevorstehende, sondern auch bereits abgerechnete Kredite müssen von der Gmeind genehmigt werden. Dabei handelt es sich um drei Kreditabrechnungen: Die Sanierung und der Ausbau der Publikumsanlagen am Bahnhof zeigt eine Kreditüberschreitung von fast 50'000 Franken – die Kosten für die Aufwertung der Ride- & Bike-Anlage waren im Voraus nicht bekannt. Weiter geht es um die Sanierung der Bahnhofstrasse mit einer Unterschreitung von rund 570'000 Franken und die Teilsanierung des Reservoirs Steinbruch, welches eine Unterschreitung von knapp 2000 Franken aufweist.

Weitere Traktanden beinhalten die Jahresrechnung 2017 mit einem Ertragsüberschuss von 1'119'474 Franken und die Genehmigung des Rechenschaftsberichtes 2017. Zum Schluss muss die Gmeind noch das neue Kinderbetreuungs- und Elternbeitragsreglement genehmigen. Das Gesetz wurde 2016 vom Aargauer Stimmvolk angenommen und muss bis 2018 von den Gemeinden umgesetzt werden. Die Gemeinde will ab dem Sommer im alten Schulhaus Tagesstrukturen anbieten, die dem neuen Gesetz gerecht werden.

Autor

Kelly Spielmann

Kelly Spielmann

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