Schafisheim
Weitere Diätkur für «Lena» – viel bleibt nicht mehr übrig vom Schulraum-Projekt

An der Gmeind wurde das Bauvorhaben für neuen Schulraum nochmals redimensioniert. Vom ursprünglichen Wettbewerbsprojekt «Lena» bleibt nicht mehr viel übrig.

Ruth Steiner
Drucken
Teilen
Ortseingang von Schafisheim. Die Gmeind redimensionierte das Projekt für die Schaffung von Schulraum noch einmal.

Ortseingang von Schafisheim. Die Gmeind redimensionierte das Projekt für die Schaffung von Schulraum noch einmal.

Peter Siegrist

Es hat sich bereits an der Informationsveranstaltung Anfang Monat abgezeichnet: Der neue Schulraum in Schafisheim soll noch weniger kosten. Das vom Gemeinderat bereits um 4 Millionen auf 7,5 Millionen Franken abgespeckte Wettbewerbsprojekt «Lena» war den Schofisern immer noch zu teuer (az vom 11.11.). Als Folge davon haben sie nun an der gut besuchten Wintergmeind am Freitagabend den Antrag des Gemeinderates auf Sanierung und Ausbau des Gelben Schulhauses und einen Anbau an das Blaue Schulhaus nicht nur abgelehnt, sondern ihm eine richtiggehende Klatsche erteilt und sich für den Gegenvorschlag von Schulpflege und Schulleitung ausgesprochen: 145 zu 50 lautete das Verdikt bei der Gegenüberstellung der beiden Anträge.

Gleich zu Beginn der Diskussion hatte Schulpflegepräsidentin Ursula Schmid mit einem Gegenvorschlag «im Namen von Schulpflege und Schulleitung» die Diskussion angestossen. Sie beantragte, auf Ausbau und Sanierung des Gelben Schulhauses zu verzichten und sich auf einen Anbau an das Blaue Schulhaus und einen Pavillon zu beschränken. Eine Sanierung des Gelben Schulhauses sei im jetzigen Zeitpunkt nicht dringend nötig, sagte Schmid. Eine Aufstockung ebenfalls nicht, was das Budget um rund 2,3 Millionen Franken entlaste. Die Konsequenz: «Je nach Wahl des Pavillons ist mit dieser Variante mit Kosten von 5 bis 5,5 Millionen Franken zu rechnen.» Das sind 2 Millionen Franken weniger als der Antrag des Gemeinderates.

Eine Sanierung des Gelben Schulhauses sieht Schmid mit Problemen verbunden: Mit Einschränkungen im Schulbetrieb, welche durch die benötigten Provisorien entstehen. Mit Lärm und Staub, was ein konzentriertes Schaffen von Lehrer und Schüler verunmögliche. «Das Resultat ist nicht befriedigend, aber teuer», sagte sie. Und was die benötigten Gruppenräume anbelange, welche durch den Verzicht auf den Ausbau des Gelben Schulhauses nun fehlten, «könne man sich arrangieren.» Was das konkret heisst, liess Schmid offen. Und das kümmerte in der anschliessenden sachlich und lebendig geführten Debatte auch wenig. Hier ging es vor allem ums Geld. Von grösserer Planungssicherheit bei Variante «Schulpflege» war die Rede und von mehr Flexibilität mit dem Modulbau bei sich wechselnden Schulraumbedürfnissen. Zwischendurch gab es sogar heftigen Applaus für diesbezügliche Voten. Mahnende Worte, wonach Bildung der letzte Ort sei, an dem gespart werden sollte oder «Kinder auch in Schulprovisorien keinen Schaden davontragen, im Gegenteil, es lustig finden würden» verhallten ungehört.

Der Gemeinderat hat die Stimmung im Volk im voraus erkannt, die Kosten für den Projektierungskredit eines redimensionierten Vorschlags von Schulpflege und Schulleitung bereits abgeklärt und den Schlussantrag angepasst. Mit 149 Ja und 38 Gegenstimmen wurde dem Verpflichtungskredit von 465 000 Franken für die Projektierung eines Anbaus an das Blaue Schulhaus und einen Pavillon stattgegeben.

Den Beschluss kommentierte Gemeindeammann Dölf Egli so: «Ich bin froh, dass wir jetzt einen gültigen Entscheid haben. Dieser bedeutet aber auch, dass mit der gewählten Variante am Gelben Schulhaus nun kein einziger Nagel eingeschlagen wird.»

Aktuelle Nachrichten