Im August 2011 wurde der auch architektonisch eindrückliche Neubau des Berufsschul- und Weiterbildungszentrums eingeweiht. Die rund 22 Millionen teure Erweiterung der Berufsschule Lenzburg wurde gefeiert als «Symbol für den Unternehmergeist und den Drive der BSL» (Bildungsdirektor Regierungsrat Alex Hürzeler).

Nun feiert das pro Jahr von rund 1200 Teilnehmern besuchte Weiterbildungszentrum (wbz) einen weiteren Meilenstein: Mit der Pilotklasse «Diplomierter Techniker HF Maschinenbau» wurde das wbz zur HF-Schule. HF steht für Höhere Fachschule. An diesen Bildungseinrichtungen werden praxisorientierte Fach- und Führungskräfte in verschiedensten Sparten ausgebildet.

«Höhere Anerkennung»

Für die Berufsschule Lenzburg ist die Auszeichnung des Weiterbildungszentrums als «HF-Schule» ein wichtiger Erfolgsschritt. BSL-Rektor Ruedi Suter wertet dies als «sichtbarer Indikator für unsere Weiterentwicklung»: «Dies führt zu einer höheren Anerkennung als Bildungsinstitution.»

Suter macht auch kein Geheimnis daraus, dass eine HF-Schule auch finanzielle Vorteile bringt. «Wir bekommen Zugang zu anderen und gesicherten Unterstützungsgeldern.» Die Aufwertung hat weitere positive Effekte: Man beobachtet beim wbz beispielsweise einen «Know-how-Anstieg im Haus durch neue Referenten.»

Bis man zu diesem Punkt kam, musste sich die Schule akkreditieren lassen. Im letzten November fand die erste Sitzung mit Vertretern des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) statt. Das SBFI regelt die eidgenössische Anerkennung der Bildungsgänge und Nachdiplomstudien und genehmigt auch die Rahmenlehrpläne.

Ausbau erwünscht

Unter dem Patronat des Branchenverbandes Swissmechanic wurde der Bildungsgang «Diplomierter Techniker HF Maschinenbau» im Frühjahr 2014 als einer der ersten der MEM-Branche (Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie) vom Bund rechtlich anerkannt.

Seit August 2015 läuft in Lenzburg die Pilotklasse mit momentan 14 Teilnehmern. Das gesamte Studium umfasst 3600 Stunden, wovon der Schulanteil 1724 Lektionen beträgt. Davon sind 708 Lektionen im ersten Jahr dem Basisstudium gewidmet. Im zweiten und dritten Jahr umfasst das eigentliche Diplomstudium je 1016 Lektionen.

BSL-Rektor Ruedi Suter weiss, dass bei der eidgenössischen HF-Anerkennung «die erste Hürde die grösste ist». In Lenzburg ist man deshalb nicht abgeneigt weitere HF-Lehrgänge ins Angebot aufzunehmen. Bei neuen Studiengängen muss jeweils nur noch der entsprechende Fachbereich implementiert werden. «Ein Anfang ist nun gemacht», freut sich Suter über die neuen Perspektiven.