Dürrenäsch
Weisses Kreuz hilft, wenn man nicht weiss, wohin man gehen soll

Die christlich geprägte Organisation Weisses Kreuz ist kaum bekannt und doch schon alt. Sie hilft seit 120 Jahren Personen in Not – zum Beispiel Christine Portmann. Sie hat beim Weissen Kreuz als alleinstehende Mutter Unterstützung gefunden.

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Christine Portmann wird vom Weissen Kreuz unterstüzt.

Christine Portmann wird vom Weissen Kreuz unterstüzt.

Chris Iseli

Christine Portmann verliess ihren Freund mit ihrem eineinhalbjährigen Sohn - ohne Job, ohne Wohnung und hatte noch niemanden, der regelmässig auf ihren Sohn hätte aufpassen können. Das war vor über sechs Jahren. Heute ist Christine Portmann glücklich in einer neuen Beziehung, der sie ihre sieben Monate alte Tochter verdankt. Ihr Sohn ist mittlerweile acht Jahre alt und geht zur Schule.
Portmann begann nach der Trennung von ihrem Ex-Freund wieder auf ihrem erlernten Beruf als Serviceangestellte zu arbeiten. Neben einer 60-Prozent-Stelle in einem Café hatte sie noch einen Job als Hausabwartin. Der Sohn wurde während ihrer Arbeitszeiten von einer Tagesmutter betreut. «Wenn ich nicht arbeiten gegangen wäre, hätte ich wohl durch der Sozialhilfe mehr Geld erhalten», erklärt Portmann. Aber es sei ein besseres Gefühl, wenn man sich von seinem selbst verdienten Geld etwas leisten könne.

«Es ging uns nicht schlecht. Wir hatten alles, was wir brauchten», erinnert sich die 35-jährige Mutter. Dennoch musste sich die kleine Familie finanziell einschränken. Wichtig sei, dass man sich informiere und Angebote suche, sagt Portmann: «Es gibt viele Türen, wo man anklopfen kann. Man muss sie nur finden.» Sie habe zum Beispiel auf der Gemeinde Dürrenäsch angerufen. Von dort bekam sie, wie auch bei der Kirche und dem Weissen Kreuz, die dringend nötige Unterstützung.

«Mehrmals hat mir die Kirche einen Sack mit Lebensmitteln, die andere Leute nicht mehr brauchten, vor die Türe gestellt», sagt Portmann. Auch seien diese zum Teil extra für sie gekauft worden - Lebensmittel wie Raclettekäse oder spezielle Schokolade, die sich Portmann nicht leisten wollte. Kleider bekamen sie von anderen Familien und Schuhe holten sie bei der Börse. «Wir hatten oft das Glück, dass die Schuhe noch neu waren», so Portmann. Sogar solche, an denen noch das Preisschild hing.

Ferien für Alleinerziehende

Als Portmann mit ihrem damals zwei Jahre alten Sohn in ein Winterlager fuhr, lernte sie die Familie Spätig kennen. Beide Elternteile arbeiten beim Weissen Kreuz. Simone Spätig, Leiterin von LEA Schweiz ein Arbeitszweig des Weissen Kreuzes, erzählte ihr von den Angeboten für alleinerziehende Mütter - Portmann hatte zuvor noch nie davon gehört. Schon ein halbes Jahr später nahm siedann an der Ferienwoche, damals noch in Aeschi bei Spiez, teil.

Dreimal war Christine Portmann als Gast bei dieser Ferienwoche dabei. «Es war immer eine schöne Zeit für die Eltern, aber auch für die Kinder», sagt sie. Am Morgen finden Referate zu aktuellen Lebensgestaltungs- und Erziehungsthemen für die Mütter statt. Währenddessen werden die Kinder betreut und haben ein eigenes Programm. Inbegriffen sind auch ein gemeinsamer Tagesausflug und ein kinderfreier Tag für die Erwachsenen. Zweimal war Portmann als Kinderbetreuung während der Morgenreferate zuständig. «Ich wollte etwas zurückgeben, wo ich doch so viel von der Ferienwoche profitiert hatte», so Portmann.

Auch Mütter, die die Ferienwoche nicht selbst bezahlen können, können vom Angebot profitieren. «Auch mir musste das weisse Kreuz unter die Arme greifen», so Portmann. Für solche Fälle gibt es einen Ferienfonds.