Othmarsingen
Weil Bevölkerung wächst braucht es mehr Kapazität für Kindergarten

Der «Waldrüti»-Kindergarten kann nicht saniert werden. Er soll durch einen Doppel-Kindergarten beim Schulhaus Zelgli ersetzt werden.

Ruth Steiner
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Eine Visualisierung des zweigeschossigen Kindergarten-Anbaus. zvg

Eine Visualisierung des zweigeschossigen Kindergarten-Anbaus. zvg

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«Die Bevölkerungsentwicklung Othmarsingens macht eine zusätzliche Kindergartenabteilung mittelfristig nötig.» Darüber ist man sich bei den Othmarsinger Gemeinde- und Schulbehörden einig.

Bereits heute besitzt die Gemeinde zwei Kindergärten: «Chilefeld» und «Waldrüti». Doch der Kindergarten im Waldrüti-Quartier ist in die Jahre gekommen. Die Baute stammt aus den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts und ist stark unterhaltsbedürftig. Doch das Problem kann laut Gemeinderat mit einer Sanierung nicht gelöst werden.

An der kommenden Wintergmeind vom 11. November wird deshalb über einen neuen Kindergarten an einem neuen Standort diskutiert und über einen Projektierungskredit von 40 000 Franken befunden. «Dieser muss im Einzugsgebiet der Dorfteile erstellt werden, wo Othmarsingen in Zukunft weiter wachsen wird», sagt der für das Schulwesen zuständige Gemeinderat Hans Rätzer.

«Waldrüti»-Areal zu klein

«Das Gebäude, in welchem der ‹Waldrüti›-Kindergarten heute untergebracht ist, ist in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäss», erklärt Rätzer. «Die Räume entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen.» Einen Gruppenraum gibt es nicht, auch ein Arbeitsplatz für die Lehrpersonen fehlt. Ein Erweiterungsbau kommt nicht infrage. Er würde zulasten des Spielplatzes gehen, dessen Fläche entspricht dann nicht mehr den kantonalen Richtlinien. Mit 1303 Quadratmeter fehlen rund ein Drittel, um diese für einen Doppelkindergarten zu erfüllen.

Aktuell schwankt die Zahl der Kindergärtner in der Gemeinde noch relativ stark. Derzeit sind es 56 Kinder, verteilt auf drei Abteilungen. Zwei im Kindergarten Chilefeld und eine in der Waldrüti. Bereits im letzten Schuljahr musste eine vierte Abteilung provisorisch geführt werden. Laut der Geburtenstatistik der Gemeinde wird voraussichtlich in vier Jahren wieder eine vierte Abteilung nötig werden.

Anbau an bestehende Turnhalle

Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern von Gemeinderat, Schulpflege, Schulleitung und Kindergartenlehrpersonen hat mit fachlicher Unterstützung von Klaus Reihlen, Architekt aus Kölliken, Varianten auf dem «Waldrüti»-Areal und sechs neue mögliche Standorte innerhalb der Schulanlage Zelgli evaluiert und kommt zum Schluss, dass «der neue Kindergarten bei der Schule die optimale Variante» darstellt.

Der Gemeinderat stellt zwei mögliche Varianten vor: ein zweigeschossiger Anbau an die Turnhalle (Variante «A») und ein eingeschossiger Pavillonbau angrenzend an die Schulsportwiese (Variante «B»). «Beide Varianten lassen eine etappenweise Realisation zu. Je nach Bedarf kann die zweite Kindergarteneinheit zeitlich hinausgezögert werden», erklärt Hans Rätzer.

Die Kosten für beide Vorprojekte werden im Rahmen von 1,2 Mio. Franken geschätzt. Der Unterschied zeigt sich bei der Etappierung der Bauten: Bei Variante «A» wird bereits in der ersten Etappe die gesamte Gebäudehülle gebaut. Mit dieser «Vorinvestition» für den weiteren Ausbau wird sie in einem ersten Schritt 150 000 Franken teurer. Die Differenz wird mit einem günstigeren Endausbau im Vergleich mit Variante «B» jedoch wieder kompensiert.

Optimale Aufsicht möglich

Der Gemeinderat empfiehlt im Gmeindsbüchlein Variante «A» zur Annahme. Das Projekt «A» wird als «landschonender, besser proportioniert und funktional erlebnisreicher» betrachtet. Schulpflegepräsident Mark Hämmerli ergänzt dazu: «Beim Projekt ‹A› haben die Kindergärtnerinnen einen besseren Überblick über den Aussenbereich und können die Kinder beim Spielen im Freien gut im Auge behalten.»

Auch bei der Othmarsinger Schule ist man zufrieden mit dieser Lösung. «Turnhalle und Bibliothek sind in der Nähe, der Mittagstisch ist unmittelbar vor Ort und die Kinder können sich bereits mit ihrem zukünftigen Schulweg und Pausenplatz vertraut machen», sagt Schulleiter Paul Fischer.