Lenzburg
Wegweisendes Informations-Projekt im Wald

Die fünf Lenzia-Gemeinden sorgen für Orientierung auf ihren 120 Kilometer langen Waldwegen.

Heiner Halder
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Stadtoberförster Frank Haemmerli mit neuen Wegweisern am Lenzburger Berg.

Stadtoberförster Frank Haemmerli mit neuen Wegweisern am Lenzburger Berg.

120 Kilometer gepflegte Waldwege erschliessen das Forstrevier der fünf Lenzia-Gemeinden für Holztransporte, aber auch für Wanderer und andere Erholungsuchende in freier Natur. Das entspricht immerhin der Strecke Zürich–Bern, und da kann man leicht die Orientierung verlieren. Um Irrungen und Wirrungen im Wald zu vermeiden, wird nun das ganze Gebiet mit Wegweisern versehen.

Staufen war das Vorbild

Orientierungstafeln an den Waldeingängen sowie Informationen zu besonderen Objekten, auch in Form von Flyern und im Internet, ergänzen das Konzept der fünf beteiligten Ortsbürgergemeinden Lenzburg, Ammerswil, Niederlenz, Othmarsingen und Staufen.

In der jüngsten Lenzia-Gemeinde Staufen sind die wichtigsten Waldwege bereits seit einiger Zeit beschriftet; sie bilden das Vorbild für das ganze Revier, welches im Lauf der nächsten drei Jahre einheitlich beschriftet werden soll. Der Start erfolgte dieser Tage im Bergwald, im Lenzburger und Ammerswiler Bann, wo mit massiven Holztafeln und deutlicher Beschriftung der richtige Wanderweg gewiesen wird.

Alte Flurnamen wiederbelebt

Die Wegbezeichnungen basieren auf historischen Waldplänen, alten Flurnamen, traditionellen Begriffen, teilweise mündlicher Überlieferung vom Forstpersonal sowie Zielorten.

Auf rund 170 Hektaren Bergwald sind an die 20 Wegweiser gestellt worden mit Bezeichnungen wie etwa Esterliweg, Bärenhübel, Häxeplatz, Hagelschlag, Chääle.

Die 1878 errichteten Lenzburger Orientierungstafeln, rund ein Dutzend, werden um die Strassennamen ergänzt und übersichtlicher gestaltet.

Objekte und «Waldknigge»

Die Informationstafeln weisen hin auf Schönheiten, Seltenheiten, Besonderheiten, Natur und Kultur im Wald. Stadtoberförster Frank Haemmerli nennt als Beispiele «Baumdenkmäler» wie die Schneitelbuche in Niederlenz, den Walo-von-Greyerz-Gedenkstein auf Lenzburger Boden, alte Marchsteine wie beim «Dreiländer-Eck» auf dem höchsten Punkt von Lenzburg, wo sich die Grenzen von Stadt, Ammerswil und Egliswil treffen, Findlinge, die Kantonsmitte in Niederlenz oder die Bezirksmitte am Lenzburger Berg sowie den Esterliturm.

Darüber hinaus ist auch vorgesehen, die Tafeln mit einem «Waldknigge» zu ergänzen. Ziel ist der Aufruf zu einem rücksichtsvolleren Umgang mit Wald und Wild, Flora und Fauna. Ein Stichwort wird sicher das Littering im Forst draussen sein, ebenfalls das leidige Thema der Biker, Reiter und freilaufenden Hunde.

Die Jagdgesellschaften werden denn auch in die Erarbeitung des forstlichen Benimm-Codes mit einbezogen.

Schliesslich planen die Forstdienste Lenzia, neben den Orientierungshilfen vor Ort auch mit handlichen Flyern sowie selbstverständlich via Internet die Bevölkerung auf ihre Anliegen betreffend den Umgang mit unserem Naherholungsgebiet aufmerksam zu machen.