Lenzburg

Wegen Uneinigkeit: Zwei Tiefgaragen Tür an Tür – Eigentlich gibts da eine Einfahrt zu viel

Auf dem Zufahrtsweg zwischen den eckigen Floraparkgebäuden und dem noch unbebauten Grundstück werden zwei separate Tiefgarageneinfahrten erstellt. PI

Auf dem Zufahrtsweg zwischen den eckigen Floraparkgebäuden und dem noch unbebauten Grundstück werden zwei separate Tiefgarageneinfahrten erstellt. PI

Einzelne Miteigentümer verhindern in der unteren Widmi eine gemeinsame Einfahrt in die Tiefgaragen der Überbauungen Florapark und dem künftigen «Floragarten».

Florapark, Rosengartenweg und Floragarten: Namen erinnern an die Vergangenheit des Areals in der unteren Widmi. Entlang der Ammerswilerstrasse wurden dort bis vor wenigen Jahren in grossen Gewächshäusern Geranien zum Blühen gebracht und Stiefmütterchen gezogen. In drei Etappen wird die Fläche nun in ein Wohnquartier verwandelt. Die Areal-überbauung Floragarten beschliesst diesen Prozess. Das Baugesuch liegt derzeit auf dem Bauamt Lenzburg auf.

Rund 10 Millionen Franken investiert Bauherrin City Partners AG aus Hunzenschwil in zwei Mehrfamilienhäuser. Auf dem Gelände zwischen der Reihenhaussiedlung und den drei spinnwebenförmigen Floraparkbauten werden total 18 3,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen mit einer Grundfläche von 100 bis 125 Quadratmetern gebaut.

Sieben davon sind Mietwohnungen, deren elf werden verkauft. In der Tiefgarage gibt es Platz für 28 Autoabstellplätze. Das Projekt stammt vom Architekturbüro Baumann Waser Partner AG, Lenzburg. Blumenwiesen und ein Pflanzplätz, auf dem die künftigen Bewohner Gemüse und Blumen ziehen dürfen, sollen die früheren Zeiten lebendig erhalten, eine Pergola zwischen den Liegenschaften Gemeinschaft stiften, sagt Markus Schild von City Partners.

Gespräche nichts gefruchtet

Die unterirdischen Garagen der zwei benachbarten Überbauungen werden über den Floraweg erschlossen, einem Zufahrtssträsschen, das zwischen den Grundstücken liegt. Dann hat sichs jedoch mit den Gemeinsamkeiten. Innerhalb von wenigen Metern werden zwei Tiefgarageneinfahrten zu stehen kommen. Das mutet eher sonderbar an. Und es stellt sich die Frage, ob man diese Lösung bei der städtischen Baubehörde einfach toleriert hat.

Christoph Schnegg, Leiter Hochbau der Stadt Lenzburg, verneint und sagt: «Die Stadt Lenzburg hat die Bauherrschaft motiviert, das Gespräch mit den Miteigentümern der Überbauung Florapark für eine gemeinsame Einfahrt zur Tiefgarage zu suchen.» Das bestätigt Markus Schild von City-Partners. Man habe das Projekt «Floragarten» der Miteigentümergemeinschaft des benachbarten, bereits bewohnten «Florapark» präsentiert.

Erfolglos, wie sich herausstellte. Trotz wochenlanger Gespräche habe nicht mit allen Miteigentümern Einigkeit erzielt werden können, erklärt Markus Schild. Und weiter: «Irgendwann mussten wir einen Schlussstrich ziehen. Wir möchten mit dem Projekt vorwärtsmachen.»

Arealüberbauung angemessen

Hätte man das Problem mit einem Gestaltungsplan über das Areal umgehen können? Schnegg hält dazu fest: «Die Behörde hat sich nach dem Grundsatz der Verhältnismassigkeit zu richten und sich auf das zu beschränken, was zur Erfüllung ihrer Aufgaben nötig ist.» Ein Gestaltungsplan sei ein übergeordnetes zusätzliches und separat anfechtbares Planungsinstrument.

Dieser müsste zudem vom Kanton bewilligt werden. Doch selbst durch einen Gestaltungsplan hätte eine gemeinsame Einfahrt nicht über die Köpfe der privaten Eigentümer hinweg erzwungen werden können. Im Übrigen könnten die städtebaulichen Anforderungen an die mitten in den Privatarealen liegenden Einfahrten nicht mit denjenigen im direkten öffentlichen Raum gleichgestellt werden. Das eingesetzte Instrument der Arealüberbauung sei in diesem Fall angemessen.

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