Lenzburg
Wegen Steinschlaggefahr: Der Schlossweg wird per sofort gesperrt

Am Schloss Lenzburg werden zurzeit Sanierungsarbeiten durchgeführt. Stadtrat und Schloss-Stiftungsrat haben am Mittwoch aus Sicherheitsgründen beschlossen, den Fussweg rund ums Schloss zu sperren.

Fritz Thut
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Weil sich während der Schlossmauersanierung Steine lösen und in die Tiefe fallen können, wurde der Schlossweg darunter gesperrt.

Weil sich während der Schlossmauersanierung Steine lösen und in die Tiefe fallen können, wurde der Schlossweg darunter gesperrt.

Jiri Reiner

Schlossmauer und Schlossfelsen bröckeln. Deshalb sind am Lenzburger Wahrzeichen umfangreiche Sanierungsarbeiten im Gang. Das weithin sichtbare Gerüst auf der Südwestseite manifestiert diese Tätigkeiten. Entgegen ursprünglichen Absichten ist seit gestern der Fussweg rund ums Schloss im Bereich der Sanierung aus Sicherheitsgründen gesperrt.

In der nahenden Winterzeit beeinträchtigen Frost sowie Wind und Wetter die Stabilität der Mauer weiter. Ebenso könnten anstehende Bohrungen, die der Entwässerung und der weiteren Untersuchung dienen, «dazu führen, dass verschiedene lose Mauersteine auf das Gerüst stürzen oder gar bis zum Schlossweg fallen könnten», schreiben Stadtrat und Schloss-Stiftungsrat in einer gemeinsamen Mitteilung.

Sicherheit geht vor

Nicht zuletzt ein Augenschein des Stiftungsrates von Schloss Lenzburg an seiner Sitzung vom 3. November führte zur gestern mit Absperrgittern umgesetzten Sperrung des Fussweges. Man wollte kein Risiko eingehen, dass ein loser und herunterfallender Stein einen Passanten verletzen könnte.

Wie lange diese Sperrung dauern wird, hängt vom Sanierungs- und Sicherungskonzept sowie den Resultaten weiterer Sondierungsbohrungen ab. Der Spazierweg, der Natur- und Kulturpfad, die Walking-Trails und allenfalls ab Frühling auch der Foxtrail sind während der Sperrzeit in diesem Bereich nicht begehbar. Die Spazierwege um das Schloss werden so markiert, dass Sperrungen sowie Umleitungen klar ersichtlich sind. Mit Informationstafeln wird der Bauablauf erklärt.

Der Auslöser der Sanierungsarbeiten liegt gut ein Jahr zurück: Im Herbst 2013 lockerten sich beim Schloss einige Steine, worauf der Schlossfelsen und die Schlossmauern durch Spezialisten im Auftrag der Stadt und des Kantons in einem ersten Schritt untersucht worden sind.

Nachdem der Fels durch Industriekletterer am hängenden Seil gereinigt und einige Felssicherungsanker gesetzt worden sind, ist im Sommer zwischen der Fahnenburg und dem Ritterhaus ein Gerüst am Schlossfelsen und an der Schlossmauer gestellt worden.

Spezialisten nahmen Sofort-Sanierungen vor und interdisziplinär wurde eine detaillierte erste Bestandesaufnahme erarbeitet, die nun abgeschlossen wurde. An einer gemeinsamen Sitzung aller Beteiligten – neben den Verantwortlichen von Kanton und Stadt sind dies Experten für Mauerbau, Geologie, Statik, Archäologie und Denkmalpflege – wird nächste Woche das weitere Vorgehen festlegt.

Der jetzt zur Diskussion stehende Abschnitt wurde in sieben Bereiche aufgeteilt, für die nun die nötigen Sanierungsschritte definiert werden. «Man kann sich dies so vorstellen: Der Patient Schlossmauer hat verschiedene Wehwehchen an verschiedenen Stellen, die mit unterschiedlichen Massnahmen geheilt werden müssen», formuliert Christian Brenner, Leiter Tiefbau der Stadt Lenzburg, einen treffenden Vergleich.

Nach dieser Sitzung wisse man sicher mehr über die Kostengrössenordnung. Stadt und Kanton teilen sich Schlossunterhalt im Verhältnis 1 zu 3. Laut Brenner gibt die Zusammenkunft auch mehr Klarheit über das Programm: «Die Zeitfenster kann man anschliessend genauer definieren.»

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