Lenzburg

Wegen dem Bauboom muss der Wald jetzt für das Kieswerkareal weichen

Stadtoberförster Frank Haemmerli, Stadtrat Martin Stücheli und Gottfried Kneuss, Präsident Kiesabbau und Rekultivierung, beim Rodungsplatz.

Stadtoberförster Frank Haemmerli, Stadtrat Martin Stücheli und Gottfried Kneuss, Präsident Kiesabbau und Rekultivierung, beim Rodungsplatz.

Die ungebremste Bautätigkeit im Raum Lenzburg-Staufen begünstigt den Kiesausstoss der ortsbürgerlichen Kieslenz AG. Das Abbaugebiet wird früher als geplant erweitert.

Beim Lenzburger Kieswerkareal ist die Rodung von 0,8 Hektaren Wald vorgesehen. «Der Kahlschlag umfasst eine Fläche von etwas mehr als der Grösse eines Fussballfeldes», hält Stadtoberförster Frank Haemmerli fest. Die dritte Etappe des langfristigen Abbauprojektes für das Kieswerk beim Länzertwald wird fünf Jahre früher als geplant ausgeführt. Die entsprechenden Bewilligungen des Kantons liegen vor, die Forstdienste Lenzia starten die Fällarbeiten mit dem Vollernter in den nächsten Tagen. Rund 250 Bäume sind betroffen. Deren Wurzelstöcke werden im Februar/März im Auftrag des Kieswerkes von der Spezialfirma Stocker ausgegraben.

Die Humusschicht wird für die Wiederauffüllung deponiert. Die Erweiterung der Grube geht parallel zur Auffüllung der bestehenden Löcher einher, die erste Etappe von 2011 ist bereits gefüllt. Weil die erweiterten Abbaugebiete schmale Streifen sind, ergeben sich steile Zu- und Abfahrtsrampen für die Kieslaster. Um das Problem zu lösen, wird rechtzeitig deren Radius vergrössert, erläutert Stadtrat Martin Stücheli die weitsichtige Strategie. Das Lenzburger Kieswerk ist gegenwärtig stillgelegt, weil die Rundkiesanlage total erneuert wird; Godi Kneuss, Präsident der Kommission für Kiesabbau und Rekultivierung (KKR), bestätigt, dass damit das Vorhaben begünstigt wird. Die Kiesgrube und der Länzertwald sind Eigentum der Ortsbürgergemeinde Lenzburg; sie wird für den Ausfall der Holzernten entschädigt. Als Reserve bleibt vorläufig noch die grundsätzlich bewilligte vierte Abbau-Etappe. Nach der Auffüllung werden die Löcher so rasch wie möglich wieder rekultiviert und bewaldet.

Weitere forstliche Eingriffe

In der nächsten Zeit sind weitere forstliche Eingriffe im Revier Lenzia vorgesehen. Laut Stadtoberförster Frank Haemmerli dienen sie der Sicherheit von Waldbenutzern, Anwohnern und der Landwirtschaft. Am Waldrand des Buchenweges im Langsamstig wird ein Rückhau vorgenommen, auf der Südseite im Boll werden ungesunde Buchen entfernt und am Berg der Vita-Parcours-Bereich ausgeforstet. Als Naturschutzmassnahmen sind die Öffnung des Fünfweiherbachs in der Munimatte und die Sanierung des bald verlandeten Schützenmeisterweihers sowie im Oberrain an der Grenze zu Seon ökologische Aufwertungen geplant.

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