Pandemie

Wegen Corona: Lenzburger Jugendfest abgesagt – erst 2022 wieder Blick aufs Freischarenmanöver

Das Lenzburger Jugendfest wurde wie der Aarauer Maienzug, das Brugger Jugendfest und das Zofinger Kinderfest wegen Corona abgesagt.

Überraschen tut es kaum jemanden, schmerzen jedoch viele: Das Lenzburger Jugendfest und das Freischarenmanöver am Freitag, 10. Juli finden nicht statt. Heute Donnerstag hat der Stadtrat die Veranstaltung abgesagt. Die Auflagen des Bundesrates, insbesondere was das Social Distancing anbelange, könnten an diesem Anlass «keineswegs eingehalten werden», wird der Entscheid begründet. «Von der Regionalschule bestreiten über 1300 Schülerinnen und Schüler mit ihren Lehrpersonen das Jugendfest. Am Freischärenmanöver malen 1000 Beteiligte Landschaftsbilder. Hinzu kommen Tausende an von Personen allen Altersklassen, welche die Festivitäten am Morgen wie auch am Nachmittag mitverfolgen.»

Der Stadtrat, so heisst es, habe zwar eine Anpassung des Festes eingehend diskutiert, jedoch einstimmig verworfen, da «die Durchführung dieses menschenverbindenden Festes mit staatlichen Vorgaben zu sozialem Abstand dem Anlass seine Magie raube». Die Lenzburger Behörden betonen, von Seiten der Stadt würden keine Festaktivitäten und Attraktionen mit Menschenansammlungen wie Umzüge, Festbeizen im öffentlichen Raum, Manöver, Platzkonzerte organisiert.

Das sind die schönsten Bilder am Jugendfest Lenzburg 2019:

«Kein dreifaches Honolulu: kaum vorstellbar»

Obwohl die äusseren Umstände einen anderen Entscheid nicht zuliessen, kann auch   Jugendfestpräsidentin Franziska Möhl ihr Bedauern über die Absage des Anlasses nicht ganz verbergen. «Dass ich nicht Jugendfest-Präsidentin in einem Freischaren-Jahr sein werde, schmerzt schon, hat aber untergeordnete Bedeutung. Viel mehr bedaure ich mit allen Schülerinnen und Schülern, Lenzburgerinnen und Lenzburgern und allen treuen Besuchern des Jugendfestes, dass in diesem Jahr der höchste Tag in der Lenzburger Agenda nicht stattfinden kann.» Auch bei den Freischaren ist Verständnis für den Beschluss des Stadtrates da. Trotzdem mache die Absage betroffen, sagt Freischaren-Commissionspräsident Stefan Regli. «Kein Pulverdampf, kein dreifaches Honolulu und keine farbenfrohen Bilder in der Stadt, rund um den Goffersberg sowie auf der Schützenmatte am 10. Juli. Das ist noch vor wenigen Wochen unvorstellbar gewesen.»

Mit dem Jugendfest und Manöver fallen in diesem Jahr auch die Rahmenaktivitäten in der Jugendfestwoche aus: Dazu gehören die Jugendfestserenade, das Fischessen, die Vorabende auf der Schützenmatte und der Zapfenstreich. Der Metschgplatsch am Samstag ist noch nicht ganz klar. Das OK wolle sich in den nächsten Tagen absprechen, heisst es.

Von der Kriegserklärung bis zum sicheren Sieg: das Lenzburger Freischarenmanöver 2018 im Video

Von der Kriegserklärung bis zum sichereren Sieg: das Lenzburger Freischarenmanöver 2018 im Video

Alle zwei Jahre fordern die Freischaren die Kadetten heraus und auch dieses mal waren sie ihres Sieges sicher. Doch es kam anders: Nach entbehrungsreichen Schlachten auf dem Schlossberg und Gofi mussten sie auf der Schützenmatte schliesslich kapitulieren. Das Lenzburger Jugendfest-Spektakel im Video. 

Immerhin gibts ein Feuerwerk

Trotz pandemiebedingter Absage soll am 10. Juli in Lenzburg etwas Jugendfeststimmung aufkommen. Laut Info des Stadtrats, sieht die Jugendfestkommission vor, die rund 27 Jugendfestbrunnen schmücken zu lassen. Auch soll die Altstadt festlich beflaggt werden. Nicht verzichten müssen die Lenzburger auf das traditionelle Feuerwerk: Punkt 23 Uhr gehen am Freitagabend die Lichter in der Stadt aus und über dem nächtlichen Schlosshimmel wird das farbenfrohe Feuerspektakel inszeniert.

Das nächste Jugendfest mit Freischaren-Manöver findet 2022 statt. Der Stadtrat gibt damit der Tradition den Vorzug, wonach die Manöver in den geraden Jahren durchgeführt werden. Diese Regelung kam 1924 zum ersten Mal zum Zuge. Nach kriegsbedingtem Unterbruch wurde beschlossen, das Manöver aus finanziellen Gründen nur noch alle zwei Jahre (in den geraden Kalenderjahren) durchzuführen.

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