Schafisheim/Rupperswil

Wegen Corona: Ferrum AG entlässt 21 Mitarbeitende

Die Jubiläumsdose von Ferrum. Der Familienbetrieb Ferrum feierte 2017 sein 100-Jahre-Jubiläum.

Der Familienbetrieb Ferrum feierte 2017 sein 100-Jahre-Jubiläum

Die Jubiläumsdose von Ferrum. Der Familienbetrieb Ferrum feierte 2017 sein 100-Jahre-Jubiläum.

Die Entlassungen betreffen die Standorte Rupperswil und Schafisheim. Kurzarbeit ist erst ab August vorgesehen.

Am Mittwochmorgen erhielten 21 Mitarbeitende der Ferrum AG an den Standorten Schafisheim und Rupperswil die Kündigung. CEO Adrian Fuchser bestätigt auf Anfrage entsprechende Recherchen der AZ. Betroffen seien Mitarbeitende aller Bereiche, von der Administration bis zur Werkstatt.

Die Ferrum AG beschäftigt weltweit 800 Mitarbeitende, die Hälfte davon in Rupperswil und Schafisheim. Die Firma stellt Dosenverschliesser für die Getränke- und Lebensmittelbranche sowie Spezial-Zentrifugen für die Industrie her. «Wir liefern nur sehr wenig in die Schweiz», sagt CEO Fuchser. «Entsprechend wird unsere Auslastung im Zuge der Coronakrise massiv sinken.»

2019 hatte die Ferrum AG ein Top-Jahr. Auch der Januar sei noch gut gewesen, so Fuchser. Dann kam Corona. Zuerst lief am Standort China nichts mehr, «dann verschob es sich über die asiatischen Länder in Richtung Europa und kommt aktuell in Südamerika an». 

Die Ferrum-Monteure können nicht mehr reisen, die Aufträge gehen zurück. Fuchser sagt: «Da wir relativ lange Lieferfristen haben, ist die Auslastung im Moment noch in Ordnung, wenn auch nicht gut. Deshalb haben wir im Moment auch noch keine Kurzarbeit. Ab Juni werden wir jedoch eine um etwa 40 Prozent geringere Auslastung haben als normal. Und wir rechnen nicht damit, dass sich das dieses Jahr nochmals ändert.»

Die Entlassungen sind nur eine Massnahme, mit der die Unternehmensleitung das Schiff auf Kurs halten will. Die Mitarbeitenden müssen Überstunden abbauen; und im Juli gibt’s, zum ersten Mal überhaupt, zwei Wochen Betriebsferien. «Ab August werden wir dann voraussichtlich Kurzarbeit einführen», so der CEO.

Adrian Fuchser sagt, die Kündigungen gehen allen sehr nahe. «Es ist schlimm und sehr emotional. Die Mitarbeitenden haben einen guten Zusammenhalt untereinander, wir bezeichnen uns hier als ‹Ferrumianer›. Deshalb trifft es alle hart.» Man versuche, die Betroffenen zu unterstützen, etwa durch Freistellungen oder, vor allem bei eher älteren Mitarbeitenden, durch Outplacement-Berater.

Die Ferrum AG, 1917 gegründet, ist eine der wichtigsten Arbeitgeberinnen im Raum Lenzburg. Die letzten grössere Kündigungs-Welle gab es 2018, als die Giesserei in Schafisheim geschlossen wurde und 12 Personen ihren Job verloren.

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