Seon
Wegen Corona: Ein schlechtes Jahr für das Hallenbad

Die coronabedingte Schliessung sorgt beim Betrieb für rote Zahlen, in Zukunft soll es finanziell besser laufen.

Anja Suter
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Für die Öffentlichkeit geschlossen: Im Seoner Hallenbad findet momentan nur Schwimmunterricht statt.

Für die Öffentlichkeit geschlossen: Im Seoner Hallenbad findet momentan nur Schwimmunterricht statt.

Sandra Ardizzone (6. Januar 2020

«Für das Hallenbad war es finanziell ein schwieriges Jahr», sagt Hanspeter Dössegger, Gemeindeammann von Seon. Geplant war dies eigentlich anders: Vor rund einem Jahr konnte die Wiedereröffnung gefeiert werden. Das 40-jährige Hallenbad war während neun Monaten total saniert worden. Dafür bewilligten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im November 2017 einen Bruttokredit von 7,68 Millionen Franken.

Neues Parkplatzkonzept erarbeitet

Das in die Jahre gekommene Hallenbad war vor seiner Sanierung defizitär. Durch einige Änderungen im Konzept sollte dies geändert werden. Unter anderem wurde mit der Sanierung auch das Parkplatzkonzept vor dem Hallenbad überarbeitet. War das Parkieren früher noch gratis, muss heute ab der zweiten Stunde gezahlt werden. Auch die Eintrittspreise wurden leicht angehoben. «Sie wurden an die Preise der Hallenbäder in der Nähe angepasst», sagt Dössegger. Zudem sagten acht Gemeinden aus dem Verbund «Lebensraum Lenzburg-Seetal» (LLS) jährliche Zahlungen an das Hallenbad zu. Und auch von einigen Firmen gab es zum Teil namhafte Unterstützung. Nicht lange nach der Eröffnung musste das Hallenbad im März bereits wieder schliessen. Während des Sommers war es zwar wieder geöffnet, jedoch nur mit beschränkter Personenanzahl.

Die neue Frauensauna im Untergeschoss blieb ganz geschlossen. «Aufgrund des Schutzkonzeptes mussten wir verschiedene Ein- und Ausgänge gewährleisten, damit sich die Gäste beim Kommen und Gehen nicht kreuzen», sagt der Gemeindeammann. Wer das Hallenbad betrat, nahm seine Kleider also mit ins Bad und verliess es über die Frauensauna im Untergeschoss, wo eine Garderobe und Duschen zur Verfügung stehen.

Neuer Arzt für Praxis gesucht

«2020 werden sich die Zahlen sicher nicht ins Positive ändern. Das Defizit wird noch grösser ausfallen als im Vorjahr», sagt Hanspeter Dössegger. Immerhin gibt es auch Lichtblicke: «Wir sind momentan mit mehreren Gemeinden im Gespräch, die gerne den Schulschwimmunterricht bei uns im Hallenbad durchführen möchten», sagt Dössegger.

Der Schwimmunterricht der Schulen kann auch zum jetzigen Zeitpunkt stattfinden. Auch für die Arztpraxis im Obergeschoss sucht die Gemeinde derzeit wieder neue Mieter. «Uns hat zu schaffen gemacht, dass das Mietverhältnis mit ‹MeinArzt› nicht funktioniert hat. Wir sind jedoch froh, dass ein grosser Teil der offenen Mietkosten durch die Steigerung gedeckt ist.» Die Räumlichkeiten würde die Gemeinde gerne wieder an eine Arztpraxis vermieten. Man sei jedoch auch für andere Gewerbe offen, bevorzugt würden jedoch solche aus der Gesundheitsbranche, so Dössegger.

Für die Zukunft des Hallenbades ist der Gemeindeammann zuversichtlich. «Der laufende Betrieb hat gezeigt, dass unsere Berechnungen und Schätzungen der Einnahmen korrekt waren. Wenn das Hallenbad im Vollbetrieb ist, sollte es eigenwirtschaftlich betrieben werden können», so Dössegger.