Seon

Wegen Borkenkäfer: Forstbetrieb stapelt Holz, um den Wald zu retten

Durch seine grosse Entfernung zum nächsten Fichtenwald eignet sich das Schlatt-Gebiet als Lagerplatz.

Durch seine grosse Entfernung zum nächsten Fichtenwald eignet sich das Schlatt-Gebiet als Lagerplatz.

Der Schädling richtete dieses Jahr grosse Schäden bei den Fichten an.

1500 Kubik Fichtenholz lagern momentan im Schlatt-Gebiet in Seon. Fichtenholz von den vier Gemeinden der Forstbetriebsgemeinschaft Seon (dazu gehören Seon, Dürrenäsch, Teufenthal und Schafisheim), dass momentan nicht verkauft werden kann.

Ein Hinweisschild an dem Holzwall erklärt die problematische Situation. «Durch das trockene und warme 2018 konnte sich die Borkenkäferpopulation rasch entwickeln und richtete gewaltige Schäden bei den Fichten an.»

Die Bäume seien allgemein durch diese Witterungsextreme stark geschwächt und somit allfällig auf Schädlinge, heisst es weiter. Diese Situation findet sich nicht nur im Gebiet der Forstbetriebsgemeinschaft Seon: «In ganz Europa sind die Rundholzlager überfüllt. Im Moment kann nur wenig Rundholz vermarktet und innert nützlicher Frist abgeführt werden», schreibt die Forstbetriebsgemeinschaft.

Das Holzlager im «Schlatt» ist nur temporär. Um die Schäden am Wald möglichst klein zu halten, wird das befallene Holz 800 Meter entfernt vom nächsten Fichtenwald im «Schlatt» gelagert, diese Strecke können die Borkenkäfer nicht fliegen.

«Der Kanton Aargau unterstützt diese Strategie», heisst es gemäss Mitteilung. Ein Teil des gelagerten Holzes wurde bereits wegtransportiert, wie Förster Marcel Hablützel bestätigt. «Das Schlatt-Gebiet dient nur als Zwischenlager.»

Das befallene Holz, welches nicht als Rundholz verkauft werden kann, wird zu Holzenergie, in Form von Holzschnitzeln. Durch den Wegtransport des belagerten Fichtenholzes werde das Problem jedoch nur minimiert und nicht gelöst.

Bäume haben zu wenig Wasser

Die Situation mit den Borkenkäfern wird von Jahr zu Jahr prekärer. «Die Ausgangspopulation, die wir dieses Jahr hatten, war extrem hoch», so Hablützel. Zudem ist das Fichtenholzlager «Schlatt» nicht vollständig. «Nochmals so viel Holz liegt in den Privatwäldern», so der Förster.

Der Wald ist durch die trockenen Jahre mit zu wenig Wasser geschwächt. «Ein kalter Winter reicht nicht, um das Problem zu lösen, wir brauchen jetzt durchgehend viel Regen, damit die Wasserversorgung der Bäume gewährleistet ist», erklärt Hablützel.

Ist der Baum gesund und hat genug Wasser, kann er mittels Harzausfluss die Borkenkäfer wegschwemmen, dies ist momentan nicht der Fall. Man werde sich früher oder später mit dem Problem befassen müssen, da es in den letzten Jahren kontinuierlich immer wärmer geworden sei, erklärt Marcel Hablützel. «Wenn wir nicht genug Regen bekommen, wird die Situation aus dem Ruder laufen. Ich bin schon lange Förster, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.»

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