Lenzburg

Wegen BDP/CVP-Deal: Eine bisherige Grossrätin dürfte die Wiederwahl verpassen

Der Deal könnte der CVP zum Verhängnis werden. Es könnte sogar eine prominente Abgewählte geben.

«Wir werden eine sehr starke Liste haben», freut sich Oliver Hunziker, Co-Präsident der CVP des Bezirks Lenzburg. Seine Partei wird, wenn coronabedingt nichts dazwischenkommt, ihre Kandidaten für die Grossratswahlen am 12. Juni nominieren.

Trotz dem zur Schau getragenen Optimismus weiss die CVP schon jetzt: Sie wird mit grösster Wahrscheinlichkeit am 18. Oktober zu den Verlierern gehören – auch wenn sie sich gegenüber dem Herbst 2016 deutlich verbessert. Und es könnte sogar eine prominente Abgewählte geben.

Wie das? Die CVP des Bezirks Lenzburg ist mit einem Mandat in die Legislatur gestartet. Sabine Sutter-Suter ist im Herbst 2016 gut, aber nicht hervorragend gewählt worden. Der CVP-Stimmenanteil ist damals auf 5,9 Prozent gesunken. Nur die BDP (5,5%) und die EVP (4,9%) machten mit einem noch tieferen Stimmenanteil ebenfalls einen Sitz. Sabine Sutter machte mit 1789 Stimmen etwas weniger Stimmen als Maya Bally (2258 Stimmen), die damals von ihrer Regierungsratskandidatur profitierte. Die BDP-Politikerin hat diese Woche zur CVP gewechselt. Die CVP des Bezirks Lenzburg hat damit jetzt drei Grossrätinnen. Denn schon vorher zog Cécile Kohler zu, deren Mandat aus dem Bezirk Baden stammte (sie rutschte für Marianne Binder nach). Diese drei Grossrätinnen haben eine vierte Frau im Nacken, die, auch auf der Basis ihres Abschneidens in den Nationalratswahlen, sehr selbstbewusst auftritt: Christina Bachmann («Bald kommen meine Tage»).

Die CVP hofft, davon profitieren zu können, dass der Bezirk Lenzburg künftig 13 (bisher 12) Grossräte stellen kann. Allerdings müsste sie für ein zweites Mandat ihren Stimmenanteil deutlich erhöhen – und dann wären immer noch zwei ihrer vier hoch gehandelten Frauen überzählig. (uhg)

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