Der Auftakt in die Meisterschaft war für den FC Lenzburg zum Vergessen. Sieben Niederlagen resultierten aus den ersten acht Spielen und die Equipe von Trainer Andreas Hediger lag mit nur einem einzigen Zähler abgeschlagen am Tabellenende der 2. Liga inter Gruppe 5. «Eine so lange Serie ohne Sieg hatte ich in meiner Karriere noch nie. Das war meine härteste Zeit als Trainer», so Andreas Hediger, der in dieser Zeit stets auf die Unterstützung der Vereinsführung und seines Assistenztrainers Toni Pellegrino zählen konnte. «Ich bin ein Kämpfer und bin in meinen vielen Jahren als Trainer noch nie abgestiegen und noch nie entlassen worden. Dennoch habe ich in dieser Situation auch meine eigene Position hinterfragt.»

Unter dem Strich überwintern

Allen widrigen Umständen zum Trotz hat sich die Hartnäckigkeit der Lenzburger ausbezahlt. In den letzten Partien vor der Winterpause folgte die Wende. Zwar müssen die Lenzburger unter dem Strich überwintern, haben in den letzten fünf Matches aber nie verloren und konnten fleissig Punkte sammeln. Gegen Dietikon, Blue Stars und Liestal gewannen die Blau-Weissen, gegen Rothrist und zuletzt am Samstag im Derby gegen Wohlen II gab es zumindest ein Unentschieden. «Wir sind noch am Leben und sehen den Strich wieder vor uns. Die Motivation ist definitiv zurück», sagt Hediger.

Doch wie kam es zu dieser Wende, dass der FC Lenzburg nach dem katastrophalen Saisonauftakt plötzlich seit fünf Spielen unterschlagen ist und den Kontakt zu den Nicht-Abstiegsplätzen wieder herstellen konnte? «Es war sicher wichtig, dass wir ruhig und sachlich blieben. Es hätte keinen Sinn gemacht, alles auf den Kopf zu stellen. Uns kam aber sicherlich auch zu Gute, dass uns die Gegner nach dem schlechten Saisonstart unterschätzt haben und am Ende konnten wir auch das Glück auf unsere Seite zwingen», begründet Hediger die Leistungssteigerung seiner Mannschaft in den letzten vier Wochen.

Mit dem 2:2 gegen Wohlen II endet die Vorrunde der Lenzburger. Bis Mitte Januar stehen nun keine offiziellen Trainings mehr auf dem Programm. Eine Pause, die sich die Spieler nach der intensiven und nervenaufreibenden ersten Saisonhälfte verdient haben. Spätestens zum Rückrundenstart Mitte März müssen die Lenzburger dann aber wieder bereit sein. «Eines ist klar: Wir dürfen uns keinen Fehlstart mehr erlauben. Auch wenn wir uns zuletzt steigern konnten, stecken wir mitten im Abstiegskampf. Und das müssen sich alle bewusst sein», spricht Hediger Klartext.