Rund eine Million Defizit veranschlagt die Gemeinde Rupperswil im Budget für das kommende Jahr. Gemeindeammann Ruedi Hediger will die Situation jedoch nicht weiter dramatisieren. «In den vergangenen Jahren haben wir stets einen Gewinn ausgewiesen», sagt er.

Schuld an diesem Loch in der Bilanz sind laut Hediger – trotz der wachsenden Bevölkerung – Mindereinnahmen bei den Steuern auf der einen und die Aufwendungen für die soziale Sicherheit auf der andern Seite. Der Steuerertrag pro Kopf ist im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent auf 2060 Franken gesunken.

Dirnenmörder belastet Budget

Die Sozialkosten entwickeln sich in Rupperswil wie in andern Gemeinden auch zu einem Fass ohne Boden.

Doch kommt bei Rupperswil erschwerend hinzu, dass die Gemeinde für den fürsorgerischen Freiheitsentzug des Dirnenmörders Tobi B. aufkommen muss, der vor acht Jahre in Aarau eine Prostituierte umgebracht hat. «Pro Jahr müssen wir mit rund 190 000 Franken rechnen», sagt Gemeindeammann Ruedi Hediger. Das sind rund
1,5 Steuerprozente.

Trotz des zu erwartenden Defizits will man in Rupperswil die Steuern vorerst nicht erhöhen und diese bei 95 Prozent belassen. Der Verlust wird dem Eigenkapital entnommen. Dieses Vorgehen schlägt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung vom Freitag, 25. November, vor. Über den Steuerfuss, so Hediger, werde man jedoch in einem Jahr reden müssen.

Tiefere Wassergebühren

Für die Steuerzahler gibt es durchaus auch gute Neuigkeiten. Im Rahmen einer generellen Revision der Gemeindereglemente will der Gemeinderat unter anderem die Benützungs- und Anschlussgebühren für die Wasser- und Abwasserversorgung sowie die Gebühren für die Abfallbeseitigung massiv senken.

Für einen Kubikmeter Wasser bezahlt man in Rupperswil künftig
1 Franken statt wie bisher Fr. 1.70. In den Kassen der Wasserversorgung und Abwasserversorgung liegen Guthaben in mehrfacher Millionenhöhe, welche nun im Sinne der Eigenwirtschaftlichkeit mittelfristig abgebaut werden müssen. «Die erzielten Einsparungen bei den Gebühren liegen im Rahmen von rund drei Steuerprozenten», so Hediger.

In einer weiteren Etappe soll die Käterlistrasse auf einer Länge von 140 Metern saniert werden. Dafür wird an der Gemeindeversammlung ein Kredit in der Höhe von 484 000 Franken beantragt.