Rupperswil

Was passiert, wenn Mann und Frau die Rollen tauschen

Alfred soll sich die Beinhaare entfernen lassen: Proben zum Stück «Rouetuusch» der Theatergruppe Tangram. wpo

Alfred soll sich die Beinhaare entfernen lassen: Proben zum Stück «Rouetuusch» der Theatergruppe Tangram. wpo

Diesen Freitag feiert das Stück «Rouetuusch» der Theatergemeinschaft Tangram Premiere. Zwei Franken pro Billet spendet der Verein für einen guten Zweck.

«Rouetuusch», hochdeutsch Rollentausch, heisst die Komödie, welche die Rupperswiler Theatergemeinschaft Tangram dieses Jahr zeigt. Turbulenzen sind Programm.

Bei den Proben lässt sich erst erahnen, was das Publikum an der Premiere am Freitag, 27. Februar, zu sehen bekommen wird: Männer mit Perücken, im Röckli und üppig geschminkt; Frauen im Übergwändli oder in der Trainerhose und in Schlarpen.

30 000 Franken locken

«Füdli bewege und ufmache!», sagt die Gattin zum Herrn Gemahl, als es an der Tür klingelt. Dafür erhält sie vom Notar prompt einen Joker, hat sie doch ihre neue Rolle bereits komplett verinnerlicht.

Notar? Worum gehts denn? Alfred Muff, ein eingefleischter Arbeitsscheuer, kann zwei Kollegen davon überzeugen, bei der Fernsehsendung von TV Bravo, «Rollentausch extrem: keine Gnade für den Partner», mitzumachen. Immerhin locken 30 000 Franken, und Sozialschmarotzer Muff möchte sich doch nur allzu gerne einen neuen Fernseher kaufen.

Aufgaben sind zu lösen

«Die Leute sollen herzlich lachen können», sagt Vereinspräsidentin Ursula Rapolani. Darum setzt der Verein mit Erfolg auf Lustspiele. Die Anlage des diesjährigen Stücks hats in sich: Die Akteure müssen in die Haut und die Charaktere ihrer Partner schlüpfen.

TV-Moderatorin und Notar stellen die Aufgaben, und nun suchen die Frauen den Baumarkt heim, denn zu Hause sollen sie nicht nur ein Bild aufhängen, sondern auch eine Holzdiele verlegen. Reichlich alkoholisiert kommen sie zurück, und Alfred Muff konstatiert: «Früher kochten die Frauen wie ihr Mütter; heute saufen sie wie ihre Väter!» Und er? Macht Todesängste durch, als er sich enthaaren lassen soll. Ein Spiel mit Rollenklischees.

Wie ein Tangram

Erstmals spielen die Rupperswiler Theaterleute in Holz- statt Stoffkulissen. «Das ist besser für die Lautstärke, der Stoff hat mehr geschluckt», sagt Regisseurin Monika Weber. Viele Jahre stand sie selber auf der Bühne. Mit «Rouetuusch» macht sie ihr Regie-Dutzend voll.

Man spürt: Da ist eine Truppe am Werk, die es gut hat miteinander. Drei Personen fehlen, weil sie Schicht arbeiten. Man springt ein, das Büchlein in der Hand. «Unser Name Tangram macht schon Sinn», sagt Monika Weber. Alle Beteiligten hätten ihre Ecken und Kanten und Fähigkeiten, und am Schluss entstehe ein Ganzes, wie das Spiel, aus dem sich viele Figuren, aber auch ein Quadrat legen lassen.

«Biberstein» wird unterstützt

Zwei Franken pro verkauftes Billett spendet der Verein einer Organisation, die das Geld gebrauchen kann. «Dahinter steht auch unser Publikum», weiss Monika Weber. Letztes Jahr wurde die Stiftung Theodora (Spitalclowns) unterstützt. Dieses Jahr ist die Stiftung Schloss Biberstein dran.

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