Diese Pläne haben in der Bevölkerung für einigen Unmut gesorgt: Dem Neubau des Restaurants Schifflände am Birrwiler Ufer des Hallwilersees fallen auch vier altehrwürdige Rosskastanienbäume zum Opfer. Grund: Die schräge See-Terrasse muss begradigt werden und dadurch würden die  Baumwurzeln freigelegt

Gestern kam dann leichte Entwarnung: Eine der vier Rosskastanien wurde doch nicht gefällt. Hat der öffentliche Druck die Eigentümer der «Schifflände» dazu bewegt, die schönste der Rosskastanien doch stehen zu lassen? «Nein», sagt Urs Christen, Geschäftsführer der Fumedica Biotec in Muri. «Wir hatten Probleme mit den Sumpfeichen, die als Ersatz für die Kastanien gepflanzt werden sollten.»

Weil deren Wurzeln tiefer als angenommen und damit im Seewasser stehen würden, musste eine andere Art bestellt werden. Diese hat aber kleinere Kronen und spendet weniger Schatten. Fumedica Biotec hat deshalb entschieden, die Rosskastanie nicht zu fällen. Mehr noch: Der Baum soll einen Ehrenplatz erhalten und als «Monument» zwischen den Tischen an die alte «Schifflände» erinnern.

«Auch uns schmerzt, wenn schöne Bäume gefällt werden müssen», hält Urs Christen fest. «Wir sind deshalb einen Kompromiss eingegangen: Wir verlieren einen Teil der Terrassenfläche, weil man unter dem Baum nicht sitzen kann. Dafür können wir diesen erhalten.» Der Baum sei aber nicht in bestem Zustand. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Rosskastanie später doch gefällt werden muss.»