Möriken
War es Fahrlässigkeit? Bauer verursachte Grossbrand, nun akzeptiert er Strafe nicht

Letzten September brannte in Möriken ein Stall ab. Der Bauernsohn hatte ihn bei Arbeiten unabsichtlich verursacht. Der Schaden war gross. Jetzt hat er einen Strafbefehl erhalten.

Philipp Zimmermann
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Die Flammen schossen in die Höhe und waren weitherum zu sehen.
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Zum Brand kam es durch einen Funkenschlag.
Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf Wohnhaus und Stallanbau verhindern.
Der Schaden des Brandes lag bei mehreren hunderttausend Franken.
Die Feuerwehr konnte mit Helfen 250 Tiere in Sicherheit bringen.
Brand zwischen Othmarsingen und Brunegg

Die Flammen schossen in die Höhe und waren weitherum zu sehen.

Peter Rippstein

Die Flammen waren weit herum zu sehen: Sie schossen meterhoch in den Himmel, der Stall brannte lichterloh. Das war Mitte September 2013 an der Othmarsingerstrasse in Möriken.

Beim Grossbrand kamen glücklicherweise keine Menschen zu Schaden. Die Feuerwehr rettete zudem das Wohnhaus und einen Stall-Anbau vor den Flammen. Zudem brachte sie 250 Tiere rechtzeitig in Sicherheit, unterstützt von freiwilligen Helfern, darunter Sekschülern. Doch das Feuer verursachte einen Schaden von mehreren hunderttausend Franken. Ein Schicksalsschlag für die Bauernfamilie.

Später zeigte sich: Es kam zum Brand, weil der Bauernsohn mit einer Trennscheibe Arbeiten im Stall erledigte und dabei Funken entstanden. In der Nähe befand sich ein Güllenloch, in dem sich Gas befand. Durch einen Funkenschlag kam es zum verhängnisvollen Brand.

Der Bauernsohn Thomas Briner hat nun von der Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl erhalten. Das berichtet der Regionalsender «Tele M1». Dem Brandverursacher blühen nun wegen fahrlässiger Verursachung einer Feuersbrunst 60 Tagessätze bedingt, aufgeschoben auf eine Probezeit von zwei Jahren, sowie eine Busse von 1500 Franken.

Was begründet die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl? Er habe zu wenig vorsichtig gearbeitet, führt Mediensprecherin Elisabeth Strebel gegenüber «Tele M1» aus. «Das hat letztendlich – wir reden von einer Fahrlässigkeit – zu dieser Feuersbrunst geführt.»

Rudolf Briner, der Vater des Unglücksraben, kann das nicht verstehen. Schliesslich sei sein Sohn mit dem grossen Schaden schon genug bestraft. «Der Brand ist das Eine», sagt er. «Jetzt haben wir von der Staatsanwaltschaft gehört, dass man da auch noch schuldig ist!»

Die Bauernfamilie ist überzeugt: Thomas Briner hat nicht fahrlässig gehandelt, stattdessen sei es wegen unglücklicher Umstände zum Brand gekommen. Den Strafbefehl akzeptiert er nicht, er hat eine Einsprache eingereicht.

"Der Fall wurde nach der Einsprache direkt zur Neubeurteilung ans Gericht überwiesen", wie Elisabeth Strebel gegenüber aargauerzeitung.ch erklärt. Die Staatsanwaltschaft könnte nach der Einsprache weitere Untersuchungen vornehmen. Darauf verzichtet sie aber, weil aus ihrer Sicht alles abschliessend untersucht wurde, so Strebel. Nun liegt es also am Gericht, neu über die Sache zu entscheiden.