Rucksack, kariertes Hemd und feste Schuhe waren am Samstagabend in der Mehrzweckhalle Lenzburg beliebte Accessoires: Die Schlossgeischt-Schränzer hatten ihre Schlossgeischter-Nacht unter das Motto «Wanderlust» gestellt; und viele Fasnächtler traten in passendem Kostüm auf. Wie zum Beispiel Roman aus Möriken, der in einem rot-weiss karierten Hemd und mit Felltornister teilnahm. «Ich bin in Chile und Argentinien viel gewandert und versuche immer, mein Outfit dem jeweiligen Motto anzupassen», erklärte er.

Weniger beschaulich war die Wanderung der drei jungen Damen in gestreiften Einteilern. «Wir sind ausgebrochene Sträflinge und sind auf der Flucht», riefen sie mit Blick auf einen Polizisten, der gerade vorbeischlenderte, jedoch nur Augen für seine Partnerin mit der blonden Perücke und dem knappen Röckchen hatte. Auf einer «ewigen Wanderschaft» befanden sich hingegen das Einhorn und seine Begleiterin, die sich als «Walking Dead» geschminkt hatte.

Grosser Auftritt im September

Der Höhepunkt der Schlossgeischter-Nacht bildete wie immer der Auftritt der Gastgeber um Mitternacht. Im letzten Jahr, als die Schlossgeischt-Schränzer ihr 30-jähriges Bestehen feierten, traten sie in Bergschuhen, Knickerbocker und Älplerhemden unter dem Motto «Gipfelstürmer» auf. Da die Kostüme jeweils zwei Saisons lang getragen werden, passen sie auch heuer zum Thema «Wanderlust».

Damit erklimmen die Lenzburger Guggenmusiker zwar keine hohen Berge, dafür trägt es sie in weite Fernen, genauer gesagt bis nach Schanghai in China. Dort sind sie nämlich im September zum internationalen Tourismus-Festival eingeladen und werden unter anderem bei der grossen Eröffnungs-Parade auftreten. «Dieser Anlass wird im Staatsfernsehen übertragen und dadurch von rund 200 Millionen Zuschauern gesehen», erzählte Urs Welti, Ehrenpräsident der Schlossgeischt-Schänzer.

Die Einladung erhielt die Guggenmusik im letzten Jahr, als sie aufgrund ihres Jubiläums am Skirennen in Garmisch-Partenkirchen auftrat. «Diese Einladung und die Reise nach China sind für uns eine einmalige Chance», erklärte Schlossgeischter-Präsident Sebastian Wilhelm begeistert.