Lenzburg
Wachstum soll Mehrwert bringen

Dass die Stadt auf 12000 Einwohner wachsen will, erschreckt nicht. Hingegen beschäftigt die Infrastruktur am zweiten Workshop zur Räumlichen Entwicklung.

Ruth Steiner
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Blick vom Schloss Lenzburg auf die Stadt

Blick vom Schloss Lenzburg auf die Stadt

Chris Iseli

Dass Lenzburg weiter wachsen soll, ist kein Schreckensgespenst. Zumindest nicht für die Teilnehmenden des zweiten Workshops zur Erarbeitung der «Räumlichen Entwicklungsstrategie» (RES) der Stadt.

Sorge macht hingegen die Qualität des Wachstums. Und wenn von Qualität gesprochen wird, so denken viele an die Bereitsstellung der notwendigen Infrastruktur. Am zweiten Workshop zur Erarbeitung der Strategie für die Räumliche Entwicklung (RES) der Stadt ging es am Dienstagabend erstmals ans Eingemachte. Zwar war der Teilnehmeraufmarsch mit gut 40 Personen eher bescheiden. Doch gingen diese gingen umso engagierter ans Werk. Es entbrannten rege Diskussionen um die Frage, wo verdichtetes Bauen denkbar wäre, wenn die Stadt künftig weiter wächst.

Für die Planer im Fokus zur Verdichtung steht die Achse zwischen dem Bahnhofbereich und der Altstadt und das Umfeld des Bahnhofs. Aufgewertet und verdichtet werden soll der Bereich von der Querung der Bahnhofstrasse von Aabach und Kernumfahrung sowie in der Marktmatte und im Malagarain. Ebenso sollen in der Altstadt die bestehenden baulichen Lücken geschlossen werden. Bei einer Siedlungserneuerung sollen auch die bestehenden Potenziale zwischen dem Bahnhofgebiet und dem Zeughaus optimal genutzt werden.

Erhaltenswerte Quartiere

Man war sich einig: Wachstum soll Mehrwert verbunden sein. Es wird angeregt, neue Bauvorhaben künftig mit Auflagen wie beispielsweise Schaffung von Grünraum, Einkaufsmöglichkeiten und Verbindungswegen für den Langsamverkehr, zu verbinden. Der Stadtrat soll dazu die notwendigen Steuerungsinstrumente bekommen. Eine Teilnehmerin sagte: «Nicht alle sollen auf den Gofi müssen, wenn sie ein wenig Luft holen möchten.»

Unter den Teilnehmern schieden sich die Geister beispielsweise an der Frage, was ein Quartier gegenüber einem andern erhaltenswert macht. Diese Diskussion dürfte wohl mit dem Workshop noch nicht beendet sein. Bauminister Martin Steinmann nannte dies eine «knifflige Frage», die mit der persönlichen Betroffenheit eines jeden verknüpft sei.

Mit «kleinen Hochhäusern» Lärmschutzvorrichtungen schaffen, ist für einige an dicht befahrenen Strassen denkbar. Allerdings war das Thema Hochhäuser in der Diskussion explizit ausgeklammert. Dieses wird separat behandelt, im 4. Workshop, wenn es dann um die «Brennpunkte» geht. Dabei ist durchgeschimmert, dass das Bauen in die Höhe noch für heisse Köpfe sorgen dürften.

Workshops am 21. April über «Freiräume/Landschaft» und am 28. April über «Brennpunkte der Entwicklung», um 19 Uhr im Weiterbildungszentrum (WBZ)