Der Vorfall hatte sich am 23. Mai 2013 zugetragen. Damals wurde ein neunjähriges Mädchen um die Mittagszeit von einem fremden Mann auf dem Heimweg von der Schule angesprochen. Laut den Vorwürfen hat der Mann das Mädchen aufgefordert, mitzukommen.

Er versprach dem Mädchen, es ins Krankenhaus zu bringen, wo sich seine Mutter aufhalte. Auch soll er das Mädchen geködert haben, indem er davon sprach, er habe zuhause herzige Häschen zum Streicheln. Das Mädchen reagierte richtig und hatte Glück. Als der Übeltäter seine Hand ausstreckte, um das Mädchen zu packen, rannte es weg. 

Verurteilt wegen versuchter Entführung

Das Bezirksgericht Lenzburg verurteilte den „bösen Onkel“ wegen versuchter Entführung eines Kindes zu einer Freiheitsstrafe von 14 Monaten, deren Vollzug es zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme aufschob. Das Aargauer Obergericht stützte diesen Entscheid, worauf der Täter das Bundesgericht anrief.

In Lausanne verlangte er, von Schuld und Strafe freigesprochen und sofort aus der Sicherheitshaft entlassen zu werden. Er erklärte vor Bundesgericht unter anderem, er sei freizusprechen, weil er krank sei und „folglich nicht in der Lage sei, den ihm vorgeworfenen Straftatbestand zu erfüllen“.

Das Bundesgericht hat die Beschwerde in einer Kurzbegründung abgewiesen und die Verurteilung des vermindert schuldfähigen Täters bestätigt. Dieser muss sich nun weiterhin in Haft der therapeutischen Massnahme unterziehen. (tzi)

Versuchte Kindsentführung – Bezirksgericht Lenzburg verurteilt Angeklagten

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