«Im Jahr 1865 fanden viele wichtige Ereignisse statt», erklärte Mike Barth, der am Samstagabend durch das Programm führte. «Lincoln wurde ermordet, das Buch ‹Max und Moritz› erschien und die Musikgesellschaft Möriken entstand.»

Für ihr Jubiläumsjahr hat sich der Musikverein einiges vorgenommen, so zum Beispiel ein dreitägiges Blasmusiktreffen im September. Bereits das Jubiläumskonzert, das im Gemeindesaal stattfand, wartete mit einer Attraktion auf: Als Gastsolist stand Michael Hauenstein auf der Bühne. Der Bassbariton ist in Möriken aufgewachsen und war acht Jahre lang Mitglied der Musikgesellschaft Möriken-Wildegg.

«Arietta», die kleine Arie aus Mozarts Oper «La nozze di Figaro», begeisterte das Publikum ebenso wie «My Way» von Frank Sinatra. «Es ist ein gutes Gefühl, wieder in der alten Heimat aufzutreten», meinte Hauenstein nach seinen Liedvorträgen, für welche er vom Publikum mit tosendem Applaus eingedeckt wurde. Die Begleitung durch eine Blasmusik sei jedoch für alle eine Herausforderung gewesen. «Die Intonation ist ganz anders, aber es war sehr spannend, dies auszuprobieren. Vor allem die Bässe mussten sich zurücknehmen, um meine Stimme nicht zu übertönen.»

Am Anfang zu wuchtig

Markus Fankhauser, Dirigent der Musikgesellschaft, bestätigte: «Am Anfang spielten die Musikanten den Mozart viel zu wuchtig. Erst bei den drei gemeinsamen Proben merkten sie, wie sehr sie ihr Spiel noch dämpfen müssen.»

Bei der Auswahl der Stücke für ihr Jubiläumskonzert liess sich die Musikgesellschaft von der 150-jährigen Geschichte des Vereins inspirieren und spielte Kompositionen aus der Gründungszeit wie «Leichtes Blut» von Johann Strauss' Sohn, aber auch Zeitgenössisches.

Sowohl der Dirigent Markus Fankhauser wie auch der Sänger Michael Hauenstein konnten sich gut vorstellen, dass es ihnen auch vor 150 Jahren in der Musikgesellschaft gefallen hätte. «Man hatte ja sonst nicht viele Möglichkeiten und die Mitgliedschaft in diesem Verein hat sicher viel Spass gemacht», meinten beide. Die Geschichte der Musikgesellschaft Möriken-Wildegg kann man übrigens in der neu erschienenen Jubiläumschronik nachlesen.

Nicht fehlen durften am Samstag natürlich die Tambouren. Sie konnten letztes Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern und spielten Stücke aus verschiedenen Epochen ihrer Vereinsgeschichte. Tambouren und Blasmusiker verabschiedeten sich gemeinsam mit dem fulminanten Stück «Drumsticks» von ihrem Publikum, das einen gemütlichen Abend mit einem tollen Musikerlebnis geniessen konnte.