Die Tatsache, dass der zweite Aspekt, obwohl in den Statuten beim Verbandszweck an erster Stelle genannt wird, an der Generalversammlung vom letzten Freitag in Boniswil erst unter «Verschiedenes» dafür umso deutlicher zur Sprache kam, zeigt, dass der Vorstand die Schwerpunkte im Moment eher im Bereich Natur setzt.

Neue Weiher im Boniswiler Ried

So wurde vorgängig der von 40 stimmberechtigten Mitgliedern besuchten GV eine Exkursion durchgeführt, während der Daniel Knecht und Rosa Reuther über die für die Küche verwendbaren Wildkräuter referierten: Fast überall, beileibe nicht nur an den Wegrändern rund ums Boniswiler Ried, findet man Pflanzen, deren Blätter und Blüten frisch oder getrocknet für leckere Speisen verwendet werden können.

Am Rande des schweizweit einzigartigen Naturschutzgebietes konnte LSVH-Präsident Erich Leuthold über das neueste Projekt des Verbandes informieren: Eine Weiher-Landschaft, die diversen ehemals hier beheimateten Tier- und Pflanzenarten wieder einen Lebensraum bieten kann.

Vorübergehendes Loch in Kasse

Bei den anschliessenden Verhandlungen im Boniswiler Gemeindesaal tauchte das Weiherprojekt wieder auf. Die (Vor)Finanzierung durch den Landschaftsschutzverband hat ein Loch in die Kasse gefressen und so musste ein Darlehen beim verbandseigenen Hansjakob-Suter-Fonds aufgenommen werden, was zu einem buchhalterischen Jahresverlust von fast 47000 Franken führte.

«Wenn wir eine Firma wären, wären wir bankrott», verwies Kassierin Margrit Kobel auf das negative Vereinsvermögen beim Rechnungsabschluss. Doch in Erwartung von Beiträgen wird dies bald korrigiert und die Jahresrechnung wurde wie alle anderen Geschäfte angenommen.

«Entwicklung macht Sorgen»

Unter «Verschiedenes» wurden von einigen Votanten noch «einige kritische Fragen» gestellt; unterschwellig der Vorwurf der Weichspülerei geäussert. Explizit wurde vermisst, dass sich der Landschaftsschutzverband aktiv in politische Diskussionen einbringt. Namentlich in der Diskussion über die laufende Nutzungsplanungsrevision in Meisterschwanden habe man eine LSVH-Stellungnahme vermisst.

«Die laufende Entwicklung macht einem grosse Sorgen», wurde sekundiert und «bald Zustände wie am Zürichsee» in Aussicht gestellt, wenn man nichts unternimmt.

Präsident Leuthold konnte aufzeigen, dass der LSVH seine politischen Aufgaben durch Mitmachen in Kommission nach wie vor wahrnimmt, für grössere Initiative sei «der Vorstand jedoch überfordert».