Birrwil
Von hier bringt das Christkind einen Büffelkopf als Geschenk mit

Nicht nur Indianer- und Countryfans kamen zum Weihnachts- und Flohmarkt des Countryclubs Birrwil, sondern auch Fasnächtler. Hier fanden sie alles, was das Herz begehrt – und noch viel mehr.

Peter Weingartner
Drucken
Broccante Countryclub Stephan Schaller aus Dagmarsellen hat etwas gefunden.
14 Bilder
Flohmarkt des Countryclubs Birrwil
Broccante Countryclub Hier wurde Altes aufgepeppt.
Broccante Countryclub Hier bahnt sich ein Handel an
Broccante Countryclub Franziska Niklaus aus Oberbuchsiten hat ein Bustier ergattert.
Broccante Countryclub Bewunderung für ein Federbild einer indianischen Künstlerin.
Broccante Countryclub Ein Spiegel wechselt den Besitzer.
Broccante Countryclub Heinz Moser erklärt das indianische Horoskop.
Broccante Countryclub Der Kaffeewagen ist unterwegs.
Broccante Countryclub Hier gibt es nichts, was es nicht gibt.
Broccante Countryclub Rösti mit Spiegelei - wer arbeitet, muss auch essen.
Broccante Countryclub Birrwil Der Weihnachts- und Flohmarkt des Countryclubs wurde zum Stelldichein der Indianerfans, aber auch Fasnächtler pilgerten ins Seetal
Broccante Countryclub Indy Imfeld trägt Zähne und Krallen um den Hals.
Broccante Countryclub Gregory Larsen aus Beinwil macht Musik und verkauft Kleider.

Broccante Countryclub Stephan Schaller aus Dagmarsellen hat etwas gefunden.

«Man findet hier immer etwas, aber ehrlich gesagt, wir sind vor allem wegen der Rösti da», gesteht Franziska Niklaus aus Oberbuchsiten und zeigt nichtsdestotrotz ihre neuste Errungenschaft: ein schwarzes Bustier. Kaum etwas, das es nicht gibt an diesem Markt der Sammler, Trödler und Handwerker in Birrwil: Schwyzerörgeli-Noten und Geschirr, Büffelschädel und Kerzen, alles potenzielle Weihnachtsgeschenke.

Ursula Süess aus Menziken ist zum fünften Mal dabei, und ihr Stand ist an Uneinheitlichkeit des Angebots kaum zu überbieten. Sie ist eine Sammlerin; ihre Devise lautet: Freude machen – Platz schaffen. So kann man günstig zu einem Kuscheltier oder einer CD kommen.

Birrwil ist Indianerland

Die Mehrzweckhalle ist mehrheitlich in Indianerhand, obwohl die Mitglieder des organisierenden Countryclubs eher cowboy-mässig daherkommen. An den Ständen gibt es Literatur über die Indianer, vor allem aber Kultgegenstände vom Traumfänger bis zur Perlenkette, Silberschmuck, Kraftsteine und Federbilder. «Man kann vom Verkauf dieser Sachen nicht leben, aber die Arbeit gibt Lebensfreude und den Seelenfrieden; unbezahlbar», sagt Heinz Moser aus dem Emmental.

Da kann man Lebensgeschichten erfahren, wie bei Indy Imbach aus dem Kanton Obwalden. Er, ehemaliger Kickboxer und einst Nationalmannschaftskollege von Andy Hug, sagt, er habe sich beim Gestalten des Schmucks oder der Traumfänger von der Kultur der Lakota inspirieren lassen. «Das Meiste stelle ich selber her; die Bogen habe ich direkt von den Lakota», sagt er.

Die Halle platzt aus allen Nähten

«Wir könnten die Halle nochmals füllen», sagt Marianne Lehmann vom Countryclub Birrwil. Dieses Jahr, das fünfzehnte, seien es 57 Stände, und die Aussteller kämen von Sankt Gallen bis Lausanne. Der Markt spricht sich offenbar herum und ist für viele Besucher zur Tradition geworden.

«Sammeln macht Spass» heisst ein Buch, das man kaufen kann. Diesem Motto leben Maja und Roli Bernhard aus Neuenkirch nach. Da kommt ein solcher Markt, der Platz schafft, gelegen. «Wobei mir alle Gegenstände gefallen müssen; ich kaufe nichts, nur weil ich es vielleicht gut verkaufen könnte», sagt Maja Bernhard. Spiegel, kleine Möbel, Gläser, eine Kaffeemühle, ein Posthorn, ja sogar ein mit Gold verzierter Nachthafen warten auf Käufer: ein wahrer Gemischtwarenladen.

Einen Spiegel erwirbt Hans Galliker aus Schlierbach – entgegen seinem ursprünglichen Vorhaben. «Eigentlich sind wir wegen Indianersachen gekommen», sagt er, «denn wir haben an der Fasnacht das Motto Wilder Westen.»

«Psst, das ist ein Weihnachtsgeschenk»

Gregory Larsen aus Beinwil am See, gebürtiger Amerikaner, ist mit einer Kollektion aus seinem Kleiderladen da, aber er lässt es sich nicht nehmen, zwischendurch zur Gitarre zu greifen und einen Country-Song zum Besten zu geben. Stephan Schaller aus Dagmersellen hat für sich einen silbernen Halsschmuck gekauft und sein Sohn trägt einen neuen Säbel herum. Ausserdem hat er eine Frauenlederjacke erstanden. Was hat er damit vor? «Das wird ein Weihnachtsgeschenk», raunt er.

Aktuelle Nachrichten