Leonie Meier vertritt bis Ende Mai Christine von Arx, welche Mutterschaftsurlaub geniesst. In ihre Amtszeit mit 60-Prozent-Pensum fällt nicht nur der routinemässige courant normal, sondern auch ein neues Ausstellungsprojekt.

Der Weg vom alten zum neuen Arbeitsplatz ist kurz: Leonie Meier absolvierte nach dem Uni-Studium in Kunstgeschichte mit Abschluss als Master of Arts, Denkmalpflege und Monument-Management in Bern ein zweijähriges Praktikum als Mitarbeiterin der Historischen Sammlung Museum Aargau auf Schloss Lenzburg.

Vom Zettelkasten zur Datenbank

Als wissenschaftliche Praktikantin widmete sie sich primär der Neu-Inventarisierung frisch erworbener Objekte wie etwa dem Nachlass der Textildruckerei Suhr oder der Voco Draht AG; die Aufarbeitung der Industriekultur im Aargau ist dem Museum Aargau ein grosses Anliegen. Im weiteren besorgte Meier den Datentransfer vom bisherigen Zettelkatalog zur digitalen Datenbank «Museum Plus»; ein Projekt, das in Stadtverwaltung und Museum Burghalde notabene von Isabelle Böhmler parallel vorgenommen wird.

Leonie Meiers Motivation zur temporären Übernahme der Museumsleitung in der Burghalde ist der Wechsel «von der Arbeit hinter den Kulissen zum Einsatz an der Front», die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit und die Ausstellungsgestaltung als «definitiver Einstieg in die Museumswelt».

Sie wohnt in Oberhofen am Thunersee, wo notabene ihre Vorgängerin als Lenzburger Interims-Museumsleiterin und Hero-Ausstellungsprojektleiterin, Christina Fankhauser, jetzt «Schlossherrin» ist. Meiers Masterarbeit betrifft denn auch Schloss Oberhofen – viele Kreise schliessen sich. Was wunderts, wenn Leonie Meier aus Überzeugung sagt: «Der Aargau und Lenzburg sind mir sehr ans Herz gewachsen.»

Hugenotten als Schwerpunkt

Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit im nächsten Halbjahr ist die Erarbeitung und Realisation der Hugenotten-Ausstellung im Burghaldenhaus, welche am 8. Juni eröffnet wird. Dies ist ein Stützpunkt im neu geschaffenen nationalen Hugenottenweg, welcher den ab 1685 vom katholischen Klerus verfolgten französischen protestantischen Flüchtlingen und ihrem erfolgreichen Wirken in der Schweiz gewidmet ist.

Im weiteren begleitet sie die Neuausrichtung der Archäologischen Sammlung und der Urgeschichtswerkstatt durch den Experimentalarchäologen Kurt Altorfer sowie die Vermittlung durch Regine Weber.

Nächste öffentliche Anlässe sind am Donnerstagabend, 21. Februar, eine Führung zum Thema «Vom alten Landgericht in die alte Burghalde» von Stiftungsratsmitglied Heiner Halder und der Internationale Museumstag am 12. Mai zum Motto «Kreativität».