Schafisheim

Vom Feldgemüse zu Balkontomaten: Gärtnerei vor Generationenwechsel

Martin, Rita und Christian Vogel (von links) mitten in ihrer Blumenpracht

Martin, Rita und Christian Vogel (von links) mitten in ihrer Blumenpracht

Seit 90 Jahren besteht die Gärtnerei Vogel, nächstes Jahr übernimmt die vierte Generation.

250 Franken betrug das Darlehen aus der Armenkasse der Gemeinde, das Ernst Vogel im Jahr 1926 erhielt. Er baute damit einen Gemüsebetrieb auf und verkaufte seine Erzeugnisse auf den Märkten in Lenzburg und Aarau.

In den letzten 90 Jahren hat sich viel verändert: Gewächshäuser wurden erstellt, Maschinen angeschafft, der Schwerpunkt vom Gemüseanbau auf die Aufzucht von Setzlingen und die Produktion von Blumen verlagert. Der familiäre Charakter des Gärtnereibetriebs blieb aber erhalten. Nach dem Gründer Ernst Vogel übernahmen dessen Söhne Ernst und Theodor den Betrieb, 1982 ging die Leitung an Christian und Rita über, für nächstes Jahr ist die Übergabe an Sohn Martin geplant, der bereits seit einigen Jahren mitarbeitet.

Mit Hund und Wagen

«Die Anfangszeiten waren schon recht hart», erzählt Christian Vogel. «Während des Krieges mussten Anträge eingereicht werden, um ein paar Liter Benzin für die damals schon vorhandene Bodenfräse zu erhalten.» Auch sei Gründer Ernst Vogel seinen Söhnen ein strenger Vater gewesen. «Er schickte sie mit Hund und Wagen auf die Wochenmärkte nach Aarau und Lenzburg, fuhr mit dem Velo hinterher und trieb sie an, immer schneller zu gehen», berichtet der heutige Geschäftsinhaber von der Kindheit seines Vaters und des Onkels.

Blumen machen heute den grössten Anteil der Produktion aus, die Geranien haben sogar ein eigenes Gewächshaus. Die Vielfalt und Farbenpracht der Pflanzen begeisterte auch die Kunden am Tag der offenen Tür, der am Wochenende stattfand. Sie schätzten bei ihrem Einkauf nicht nur die persönliche Beratung, sondern auch, dass die Pflanzen aus einheimischer Produktion stammen. «Blumen und Setzlinge dort zu kaufen, wo sie wachsen, wird immer beliebter», erklärt Martin Vogel. Hier sieht er in erster Linie das Potenzial des Familienbetriebes, in dem je nach Arbeitsanfall auch seine Schwester Esthi sowie Cousinen und Tanten mit anpacken.

Neben den Blumen nimmt die Produktion von Gemüsesetzlingen einen immer grösseren Platz ein. Besonderes Wachstumspotenzial sieht Martin Vogel beim sogenannten Naschgemüse, kleinen Sorten, die auch auf dem Balkon gezogen werden können, wobei Tomaten in allen Varianten besonders beliebt sind.

Gärtnerei Vogel: Vom Feldgemüse zu Balkontomaten

Gärtnerei Vogel: Vom Feldgemüse zu Balkontomaten

Seit 90 Jahren besteht die Gärtnerei Vogel als Familienbetrieb. Neben Blumen nimmt die Produktion von Gemüsesetzlingen einen immer grösseren Platz ein. Martin Vogel stellt die verschiedenen Tomaten- und Gemüsesorten vor.

Zwischen Boden und Küche

Die Leidenschaft für das Gärtnern ist sowohl Vater Christian wie auch Sohn Martin deutlich ins Gesicht geschrieben, auch wenn der Juniorchef als Kind auf dem Grundstück lieber ein Restaurant erstellt hätte und auch heute noch leidenschaftlich gerne kocht. «Nicht nur Gemüse», wie er betont.

Für das Jahr 2017 ist die Übergabe der Geschäftsleitung von Christian und Rita Vogel an Sohn Martin, 32, geplant. Dieser hat heute schon grossen Einfluss auf die Produktion, die Eltern lassen ihm viel Raum, seine eigenen Ideen zu entwickeln. «Die Übergabe der Gärtnerei von meinem Vater und Onkel auf mich ist problemlos gelaufen, so will auch ich es handhaben», erklärt der Chef. Der Junior sieht die Gärtnerei in fünf Jahren nicht wesentlich verändert. «Vielleicht kommen ein oder zwei Gewächshäuser dazu», erklärt er. «Ausserdem wird das Sortiment wohl ein bisschen breiter, damit wir die Kundenbedürfnisse noch besser befriedigen können.»

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