Fahrwangen

Volk sichert mit Umzonung Arbeitsplätze

Das Schützenhaus auf der «Güggelimatt» muss einer Gewerbehalle weichen. (Archiv)

Das Schützenhaus auf der «Güggelimatt» muss einer Gewerbehalle weichen. (Archiv)

Die Sommergmeind von Fahrwangen sagt Ja zur neuen Zone «Güggelimatt» und zum Landverkauf: Die Stadelmann + Stutz AG darf bauen.

Die beiden Traktanden zur «Güggelimatt» haben mehr Fahrwanger an die Gemeindeversammlung gelockt als üblich: Die 108 anwesenden von insgesamt 1364 Stimmbürgern segneten die Teiländerung Nutzungsplanung «Güggelimatt» und den Verkauf der Gemeindeparzelle «Güggelimatt» ab. Damit bleibt ein wichtiger Arbeitgeber im Dorf. Das Geschäft ging jedoch nicht ganz diskussionslos über die Bühne.

Ein Blick zurück: Schon seit längerem möchte das Holzbau-Unternehmen Stadelmann + Stutz AG seine vier Standorte verteilt in drei Gemeinden an einem Ort zusammenführen. Auf der «Güggelimatt» beim Dorfausgang in Richtung Sarmenstorf wäre genug Platz vorhanden. Doch die Revision des Raumplanungsgesetzes 2013 verhinderte die Erweiterungsabsichten. Das Unternehmen befürchtete daraufhin, dass Fahrwangen bei der Revision der kommunalen Bau- und Nutzungsordnung ihrem Bedarf an Gewerbefläche nicht würde entsprechen können.

Umzonung dank Sondertopf

Doch 2018 gab der Kanton schliesslich beim dritten Anlauf seine Zustimmung: Als erste Firma erhielt das Holzbau-KMU einen Zustupf aus dem kantonalen Topf für örtlich nicht zugeteiltes Siedlungsgebiet. Laut Richtplan stehen bis 2040 insgesamt 70 Hektaren Siedlungsgebiet für bedeutsame Vorhaben im Kanton Aargau zur Verfügung.

Die nächste Hürde war die Sommergmeind vom vergangenen Mittwoch. Diese befasste sich zuerst mit der Umzonung von verschiedenen Parzellen, unter anderem aus der Landwirtschaftszone in die Zone «Güggelimatt». Einige Stimmbürger kritisierten unter anderem, das Landschafts- und Dorfbild würde zu stark verändert oder die geplante Halle sei zu gross. Schliesslich überwog der Wunsch, den drittgrössten Betrieb mit 50 Arbeitsplätzen zu erhalten. Mit 99 Ja- gegenüber 6 Nein-Stimmen genehmigte die Sommergmeind die Teiländerung Nutzungsplanung. Da zwei der betroffenen Grundstücke der Gemeinde gehören, mussten die Fahrwanger zudem dem Verkauf der Schützenhausparzelle und einer Wegparzelle zustimmen. Bei diesem Geschäft wurde vor allem moniert, dass wegen des Bauvorhabens das Schützenhaus abgebrochen und die Schiessanlage aufgehoben werden müsse. Die Stimmbürger kritisierten auch, der Verkaufspreis von 340'600 Franken sei zu tief. Mit 95 Ja- gegenüber 7 Nein-Stimmen fiel das Resultat am Schluss aber deutlich aus. Auf dem Areal will die Stadelmann + Stutz AG eine 5000 Quadratmeter grosse Produktionshalle und ein 900 Quadratmeter grosses Bürogebäude mit Ausstellung bauen.

Mit grossem Mehr nahmen die Stimmbürger auch die Jahresrechnung 2018 und die Kreditabrechnung für die Erweiterung der Holzschnitzelheizung an.

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