Seon

Vision 2030: Wird aus der Gemeinde Seon eine City mit Wolkenkratzern?

Seon City als mögliche Entwicklung des Gebiets östlich des Bahnhofs.Zeichnung Beat Dössegger

Seon City als mögliche Entwicklung des Gebiets östlich des Bahnhofs.Zeichnung Beat Dössegger

Während zwei Workshops durfte die Bevölkerung aus Seon Stellung nehmen zu den Zukunftsplänen der Gemeinde. Die behandelten sieben Themen gaben dabei zu reden. Vor allem bei einer Zentrumsumfahrung ist sich die Bevölkerung uneinig.

Hochhäuser im Dorfzentrum. Wolkenkratzer mit einem Gipfeli als Leuchtreklame obendrauf? Bildet sich in den nächsten Jahren «Seon City»? Sieht so die Zukunft der Gemeinde aus?

An zwei Workshops mit rund zwei Dutzend Teilnehmern aus der Bevölkerung wurden in Seon auch solche Visionen besprochen. Alle Teilnehmer durften sich und ihre Ideen einbringen, als es im Rahmen einer Auslegeordnung darum ging, Grundlagen für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung zu erarbeiten.

Optischer Ausdruck dieser gedanklichen Höhenflüge war eine Zeichnung von «Seon City» von Beat Dössegger. Er skizzierte eine Entwicklungsmöglichkeit des Quartiers östlich des Bahnhofs. Inmitten von Glaspalästen verliert sich dabei das Gourmetrestaurant Bänziger fast ein wenig.

Alles hat zwei Seiten

Erika Schläpfer vom zugezogenen Büro «tsp raumplanung» liess die Workshopteilnehmer zuerst Stärken und Schwächen der Gemeinde, aber auch der einzelnen Quartiere zusammentragen. Bereits hier zeigte sich, dass einzelne Elemente heterogen beurteilt werden.

Paradebeispiel ist der Verkehr. Die gute Erschliessung und der direkte Anschluss an nahe Zentren ist der positive Aspekt; Immissionen wie Lärm und Abgase und die oft verstopften Hauptachsen während der Spitzenzeiten die Kehrseite der Medaille.

Unterschiedliche Stossrichtungen

In Tischgesprächen zu den sieben Themenbereichen Ortskern, Verkehr, Freizeit und Erholung, Wohnen, Versorgung und Energie, Gemeindeentwicklung sowie Arbeit und Erwerb konnten die zwischen den Tischen zirkulierenden Teilnehmer Visionen darlegen, wie sich Seon im Jahr 2030 präsentiert.

Wie der Grundtenor der möglichen Entwicklungen unterschiedlich gewichtet wird, zeigte sich beispielsweise bei der Idee einer Zentrumsumfahrung. Lärmgeplagte Seetalstrassenanwohner fanden den Vorschlag gut, Naturfreunde und die stark vertretene Landwirtschaft bedauerten den zu erwartenden Kulturlandverlust.

Siedlungsleitbild als Ziel

Wie sehr die einzelnen Segmente ineinanderlaufen, zeigte sich hier, als am Tisch «Arbeit und Erwerb» befürchtet wurde, eine Umfahrung der Kernzone würde den Gewerbebetrieben im Dorfzentrum den Todesstoss versetzen.

Raumplanerin Schläpfer hat nun die Aufgabe, die Ideen der Basis in ein Siedlungsleitbild zu verdichten: «Dazu müssen wir die unterschiedlichen Flughöhen der Visionen vereinheitlichen», beschreibt sie einen ersten Arbeitsschritt.

Neben diesem Leitbild, an dem «die Bevölkerung direkt mitreden konnte» (Schläpfer) besteht ein eigenes Papier des Gemeinderates. Diese beiden Vorgaben werden abgeglichen und anschliessend entsteht daraus im nächsten Jahr die total revidierte Nutzungsplanung, die die Grundlage für die Entwicklung der Gemeinde Seon in den nächsten rund 15 Jahren bildet.

Keine Zeit verlieren

Vizeammann Hans Peter Dössegger, im Gemeinderat zuständig für die Nutzungsplanungsrevision, zeigte sich angetan von der Arbeit in den Workshops: «Es war interessant zu verfolgen, wie aktiv hier mitdiskutiert wurde.» Für die Behörde sei es wichtig gewesen, «hier die Bevölkerung zu spüren».

Die Quintessenz der Beiträge fliesst in die weitere Arbeit mit ein. Hier will der Gemeinderat zügig vorwärts machen. Laut Hans Peter Dössegger ist vorgesehen, dass bereits an der Herbstgemeindeversammlung 2014 über den revidierten Zonenplan und die neue Bau- und Nutzungsordnung abgestimmt werden kann: «Es hat keinen Sinn, dieses Geschäft auf die lange Bank zu schieben.»

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