Staatsanwaltschaft Aargau

Vierfachmord Rupperswil: Das Gesetz lässt es nicht zu, aus dem Erbgut Phantombilder zu erstellen

«Ein Marathonlauf»: Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft.

«Ein Marathonlauf»: Fiona Strebel, Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft.

Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft Aargau werten beim Vierfach-Mord in Rupperswil eine «unglaubliche Datenmenge» aus – das sagte Staatsanwaltschaft-Sprecherin Fiona Strebel in einem Interview. Als heisse Spur könnten sich geraubte 1000er-Noten herausstellen.

Am 21. Dezember 2015 wurden in Rupperswil die 48-jährige Carla Schauer, deren Söhne Davin (13) und Dion (19) sowie dessen Freundin Simona F. (21) ermordet. Rund vier Monate nach dem Gewaltverbrechen tappen die Ermittler weiterhin im Dunkeln – doch es gibt Lichtblicke.

So sagte die Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft in einem «Blick»-Interview, dass «vereinzelte Hinweise» zu den 1000er-Noten eingegangen seien, die Carla Schauer kurz vor ihrer Ermordung bei einer Bank abgehoben hat. 

Weiter seien die Ermittler den Hinweisen zu einem hellen Kleinwagen, der am Tatmorgen in der Umgebung des Tatorts gesichtet wurde, nachgegangen. Es habe sich jedoch bisher «kein fallrelevanter Zusammenhang» ergeben.

Vierfachmord Rupperswil: Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert über den neusten Stand der Ermittlungen.

Vierfachmord Rupperswil: Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert über den neusten Stand der Ermittlungen.

(Komplette Fassung von der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

«Kleiner, oberflächlicher Schnitt»

Auch die Aufnahmen von Dashcams aus Autos und die Untersuchung des Hundes der Familie Schauer hätten nicht weitergeholfen. 

Nicht weiter gesucht wird laut Strebel nach den zwei Männern, die sich in Wohlen in einer Apotheke verarzten liessen. Auch hier bestehe kein fallrelevanter Zusammenhang.

Es sei nur eine Person verletzt gewesen und deren Wunde – ein «kleiner, oberflächlicher Schnitt an der linken Hand von zirka einem Zentimeter Durchmesser» – habe mit einem Pflaster versorgt werden können.  

Keine Angabe zu Geschlecht und Hautfarbe

Aufgrund der am Tatort gefundenen DNA-Spuren könnte die Staatsanwaltschaft Angaben zum Geschlecht oder zur Hautfarbe der allfälligen Täterschaft tätigen. Zu diesen Spuren «wolle und könne» sie jedoch nicht mehr sagen.

Die Gesetzgebung lasse es auch nicht zu, aus dem Ergbut Phantombilder oder ähnliches zu erstellen. 

Realisation: Elia Diehl

Cards: Vierfachmord Rupperswil – Fakten und Thesen

Die 40 Personen zählende Sonderkommission wird laut Strebel von Profilern aus dem Ausland unterstützt. Aus den Aussagen der Staatsanwaltschaft-Sprecherin muss jedoch geschlossen werden, dass keine Aussicht auf baldige handfeste Fahndungs-Ergebnisse besteht. 

Ermittler brauchen mehr Zeit

«Es ist für alle Ermittler ein Marathonlauf», wird Strebel im «Blick» zitiert. Eine «unglaubliche Datenmenge» müsse gesichert und ausgewertet werden. Das alles brauche «viel Zeit».

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