Rupperswil
Vierfachmord: Die Deutschen verstehen den Fahndungsaufruf nicht

Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei des Kantons Aargau dehnen ihre Ermittlungen über die Landesgrenze nach Deutschland aus. Doch dort versteht man die Flugblätter der Fahndung nicht.

Jürg Krebs
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Drei Dinge fallen beim Blick auf das Flugblatt von Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei Aargau auf: Der Titel «Fahndungsaufruf!». Das Bild, das eine Frau an einem Bankschalter zeigt. Und zuletzt: «Belohnung von CHF 100 ́000».

Aber: Was die Aargauer auf einen Blick erfassen, ist für die Deutschen völlig verwirrend. Und das ist schlecht, denn Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei wollen ihre Ermittlungen über die Landesgrenze hinaus führen.

Ein Aargauer erkennt sofort, dass es sich beim Sachverhalt auf dem Flugblatt um den Vierfachmord von Rupperswil handelt, und dass das Bild die ermordete Carla Schauer zeigt. Die Deutschen haben das Gefühl, dass nach der Frau auf dem Bild gesucht wird.

Das wird bei einer Umfrage von TeleM1 deutlich, die in Bad Saeckingen durchgeführt wurde. Die Passanten sind verwirrt - kein Wunder, kaum einer hat vom Vierfachmord von Rupperswil je gehört. «Ist das die Gesuchte?», fragt ein Befragter unsicher zurück.

Sandra Zuber, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, erklärt auf Nachfrage: «Wenn man das Flugblatt richtig durchliest, merkt man wer was ist.»

Immerhin: Die Medienkonferenz vom Donnerstag und der Aufruf an die Bevölkerung, jede Beobachtung zu melden, haben verbunden mit dem Belohnungsversprechen zahlreiche Hinweise gebracht. Wie viele, darüber will Zuber keine Auskunft geben.

Der Fahndungsaufruf wurde übrigens in mehreren Sprachen verfasst. Man darf gespannt sein, was die Ermittlungen in Deutschland ergeben.

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