Bei einer Frontalkollision mit einem Lieferwagen ist ein Ford-Fahrer am Mitwoch in Rupperswil schwer verletzt worden. Der 62-jährige Deutsche war auf der Aaretalstrasse auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem entgegenkommenden Lieferwagen zusammengestossen.

Nicht zum ersten Mal ist die Strecke Schauplatz eines Unfalls. Drei ähnliche ereigneten sich 2012 und 2016 – sie endeten weniger glimpflich. 

Im Februar vergangenen Jahres kam ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn, worauf hin er heftig mit einem Lastwagen kollidierte. Der Unfallverursacher wurde fort- und das Bord neben der Strasse hinabgeschleudert. Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des 66-Jährigen feststellen.

Auf Gegenfahrbahn geraten

Nur einen Monat später geriet ein 18-jähriger Lenker ebenfalls auf die Gegenfahrbahn, und pralle heftig in einen Lastwagen. Der 18-Jährige, der nach dem Feierabend auf dem Weg zu seiner Freundin war, starb noch an der Unfallstelle.

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Auch 2012 verunglückte ein Lieferwagenfahrer auf der Aaretalstrasse tödlich, nachdem er auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Lastwagen kollidiert war. Letzterer hatte zuvor noch vergeblich versucht, auf die schmale Grasnarbe neben der Strasse auszuweichen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich beim Verunfallten um den bekannten Aarauer Tanzlehrer Beat Minger.

Einfache Strassenverhältnisse

Dass diese Strecke ein Ort schwerer Unfälle ist, bestätigt auch Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Doch obwohl sich alle Unfälle sehr ähnlich zugetragen haben – in allen vier Fällen geriet der Unfallfahrer auf die Gegenfahrbahn, wo er schliesslich mit einem entgegenkommmenden Fahrzeug kollidierte – kann Graser keinen einheitlichen Grund als Ursache nennen.

«Es herrschen eigentlich einfache Strassenverhältnisse», sagt er. Das bedeutet, die Strasse verlaufe gerade und befinde sich ausserorts – eher Gründe also, die gegen ein hohes Unfallwahrscheinlichkeit sprechen.

Dass einfache Strassenverhältnisse herrschen, bestätigt auch Daniel Schwerzmann, Vertreter der kantonalen Abteilung Tiefbau. «Die Strasse ist genügend breit, übersichtlich und in gutem Zustand.» Es sei allerdings eine sehr dicht befahrene Strasse, was die Unfallwahrscheinlichkeit erhöhen kann. So verkehren nach seinen Angaben mehr als 12'000 Fahrzeuge pro Tag auf der Strasse.

Kein Unfallschwerpunkt

Trotz der schweren Unfälle liegt kein Unfallschwerpunkt vor, hält Schwerzmann fest. «Unfallschwerpunkte werden ermittelt, indem das Unfallgeschehen über zwei Jahre analysiert und Personenschäden gewichtet werden, das ergibt die sogenannte Unfallkenngrösse», erklärt er. «Ab Erreichen eines bestimmten Schwellenwerts gilt eine Unfallstelle im Strassennetz als Unfallschwerpunkt.»

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Verschiedene Massnahmen können zwar die Gefahren auf Strassen reduzieren, zum Beispiel indem Mittelleitplanken installiert oder Strassenlampen aufgestellt werden. Dies sei jedoch bei einer Kantonsstrasse im Ausserortsbereich nicht verhältnismässig. «Es ist nicht möglich, alle potenziellen Unfallursachen mit baulichen Massnahmen zu eliminieren.»

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