Ausgerechnet am 11.11. lädt der seit 1979 in Egliswil lebende Globetrotter Edi Aschwanden zum letzten grossen Vortrag in der Region Lenzburg ein: Um 19.30 Uhr zeigt er in der Aula der Berufsschule Lenzburg seine aktuelle Multivisions-Reportage «Kanada – Zug um Zug».

Dutzende von Vorträgen über seine abenteuerlichen Reisen nach Neuseeland und Nordamerika hat Aschwanden in den letzten 16 Jahren gehalten – vor zahlendem Publikum, bei Vereinen, Schulen, Firmen und Kommissionen.

Die Kamera ist immer dabei

Seine Reisereportage über eine rund viermonatige Zugreise quer durch Kanada mit Abstechern links und rechts der Gleise zu Kanu-Touren, zur Eisbärensuche, zu Küstenindianern im Regenwald am Pazifik und in eine Walforschungsstation ist die letzte, wie Edi Aschwanden gegenüber der az Aargauer Zeitung festhält.

Und da ist der Auftritt in Lenzburg ein idealer Schlusspunkt; auch wenn ein kleines Flackern in den lebhaften Augen ein Comeback vielleicht doch nicht ganz ausschliesst. Denn Reisen will das Ehepaar Aschwanden (oft wurde er von Ehefrau Katharina, teilweise auch von den Söhnen Christian und Ivo begleitet) weiterhin. «Der Süden der USA reizt mich schon noch», beantwortet Edi Aschwandendie Frage nach weiteren Zielen; und ergänzt: «Die Kamera nehme ich sicher mit.»

Der Weltenbummler ist eigentlich Servicetechniker

Obwohl seine Multivisions-Vorträge absolut professionell daherkommen, hat Edi Aschwanden einen andern Broterwerb: Er ist Servicetechniker bei der Swisscom; die ihm jeweils auch längere unbezahlte Urlaube für die Reisen gewährte.

Dass seine Bilder und Schilderungen von seinen Reisen auch andere interessieren, erkannte Aschwanden schon früh: «1976 lieferte ich erstmals Dias von unserer Weltreise als Rucksacktouristen an ein Reisebüro und erhielt dafür eine Vergünstigung.» Als Schlüsselerlebnis bezeichnet der vife und drahtige Egliswiler jenen Moment, als die Schweizer Jugendherbergen, für deren Zeitschrift er einen Artikel verfasst hatte, ihn 1995 anfragten, ob er nicht einen Diavortrag machen könnte.

Das Fernsehen als Konkurrenz

Seit diesen Anfängen hat sich Aschwanden immer dem Zeitgeist und der rassig voranschreitenden Entwicklung der Technik angepasst – teilweise mit anfänglicher Skepsis. Mittlerweile möchte er auch die digitale Fototechnik nicht missen, doch auf seine Reisen nimmt er nur eine Vielzahl von Speicherkarten, aber keinen Laptop zum Verarbeiten vor Ort mit. Seiner Kameramarke Pentax hat er über die Jahre und Technikwechsel stets die Treue gehalten.

Die Art der Vorträge hat sich ebenfalls gewandelt. Die reinen Diavorführungen wurden zu echten Shows mit mehreren Projektoren, Überblendungen und musikalischer Untermalung. Die nötige Technik wurde mit den Einnahmen und dank der Unterstützung von Sponsoren, die Edi Aschwanden zudem Beiträge an die ausgiebigen Reisen leisteten, finanziert.

Reisestimmung in der guten Stube

Trotz der neuen Dynamik seiner Reisevorträge macht sich Edi Aschwanden keine Illusionen und verweist auf die Konkurrenz durch das Fernsehen: «Heute gibt es viele auf Reisereportagen spezialisierte Sender.»

In HD-Qualität und auf den grossen Plasmabildschirmen sorgen solche Sendungen für anregende Reisestimmung in der guten Stube. «Es wird immer schwieriger, die Leute hinter dem Ofen hervorzulocken», fasst Aschwanden die Entwicklung der letzten Jahre zusammen. Aus diesem Grund ist «Kanada – Zug um Zug» sicherlich seine letzte Neuproduktion.

Höchstens zwei Tage als Pauschaltourist

Ihm selbst ist die Lust am Reisen nicht abhandengekommen. Speziell muss es jedoch sein; einfach, naturnah und authentisch. Badeferien als Pauschaltourist kann sich der Lonelyrider (so der Name seines Internet-Auftritts) nicht vorstellen: «Das könnte ich höchstens zwei Tage aushalten. Bei mir muss immer etwas ‹laufen…›.»

Internet: www.lonelyrider.ch