Möriken-Wildegg
Viele unbekannte Variabeln bei der Schulraumplanung

Der Schlussbericht zur örtlichen Schulraumplanung zeigt verschiedene Varianten auf – mit und ohne Beteiligung anderer Gemeinden. So oder so sind hohe Investitionen zu erwarten.

Fritz Thut
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Der sanierungswürdige Zustand der Pavillon-Schule Hellmatt war mit ein Auslöser der Schulraumplanung von Möriken-Wildegg. Toni Widmer

Der sanierungswürdige Zustand der Pavillon-Schule Hellmatt war mit ein Auslöser der Schulraumplanung von Möriken-Wildegg. Toni Widmer

«Wir können gut alleine ‹überleben›, aber Rupperswil würde sehr gut reinpassen.» So fasst Hans-Jürg Reinhart, Gemeindeammann von Möriken-Wildegg, die Kernaussage des Schlussberichts zur örtlichen Schulraumplanung zusammen.

Bereits vor drei Jahren hat man in Möriken-Wildegg die Schulraumplanung an die Hand genommen. Ohnehin eine Gleichung mit vielen Unbekannten änderten sich während der Arbeit die Rahmenbedingungen mehrmals und auch jetzt ist noch vieles nicht klar.

So werden im nun vorliegenden Schlussbericht, der auf der Internetseite der Gemeinde heruntergeladen werden kann, verschiedene Varianten und Etappierungsmöglichkeiten aufgeführt.

Hohe Investitionen zu erwarten

So oder so braucht es für die Sanierungen bestehender Schulräume, Erweiterung von Anlagen oder Neubauten viel Geld. «Es geht hier um grosse Beträge», hält Ammann Reinhart gegenüber der az Aargauer Zeitung fest. In der Zusammenstellung der «Grobkostenschätzungen» sind Zahlen von 12 bis 32 Millionen Franken aufgeführt.

Je nach Variante wird sich der Gemeinderat von Möriken-Wildegg angesichts der hohen Beträge Gedanken über Finanzierungsmöglichkeiten machen. Neben der Anpassung der Schulgelder werden Anfragen bei involvierten Gemeinden über direkte Beteiligungen ins Auge gefasst.

Pavillons sanierungsbedürftig

Neben der Ablehnung der sogenannten Kleeblatt-Vorlage gaben vor drei Jahren der Sanierungsbedarf und die sich abzeichnende Raumnot vor allem in der Pavillon-Schule Hellmatt den Ausschlag, die Schulraumsituation in Möriken-Wildegg umfassend zu untersuchen.

Diese Pavillonschule vermittelt mit den kleinen, meist ebenerdigen Raumelementen ein wenig das Flair einer mediterranen Freizeitanlage. Doch hier wird gelehrt und gelernt und sowohl Lehrer wie Schüler gehen hier gerne ihrer Tätigkeit nach. Doch die Anlage ist in die Jahre gekommen, weist laut Schulraumplanungs-Schlussbericht «Sanierungs- und Ersatzneubaubedarf» auf.

Viele unbekannte Variablen

Diesen Handlungsbedarf wollte man bei der Gemeinde in einen grösseren Zusammenhang stellen, stellte eine Kommission mit allen involvierten Kreisen zusammen und zog das Planungsbüro Metron bei. Erschwert wurde die Planungsarbeit durch viele offene Variablen.

Dass einzelne bisherige Schulräume und -anlagen nicht mehr den aktuellen Bedürfnissen einer zeitgemässen Schule entsprechen, ist klar. Wesentlich diffuser ist der künftige Raumbedarf. Hier berücksichtigte die Kommission mannigfaltige Faktoren wie die Auswirkungen der neuen bildungspolitisch bedingten Rahmenbedingungen: Zwei Jahre Kindergarten und Modell 6/3. Zudem muss man gewappnet sein für weitere Neuerung im Bereich der familienergänzenden Kinderbetreuung.

Ebenfalls keine exakte Wissenschaft sind die Prognosen der Bevölkerungsentwicklung und -struktur. Für das Jahr 2020 rechnet man einem Anstieg der Bevölkerung in Möriken-Wildegg selbst auf 4600 Einwohner. Bei gleichen Oberstufen-Schulkreisen erwartet man in der Schule (inklusive Kindergarten) stabile 29 bis 30 Abteilungen.

Ideale Grösse mit Auswärtigen

Ein entscheidender Punkt ist die künftige Zusammensetzung des Oberstufenschulkreises. Hier wird in diesem Sommer mehr Klarheit erwartet, denn der Gemeinderat Rupperswil tendiert dazu, seine Oberstufenschüler künftig - auf dem neuen Radweg - nach Wildegg zu schicken.

Hans-Jürg Reinhart als Gemeindeammann von Möriken-Wildegg würde diesen Schritt begrüssen: «Rupperswil, aber auch Niederlenz, wären bei uns sehr willkommen.» Die Zahl der Oberstufenabteilungen würde damit von etwa 12 auf 23 bis 27 ansteigen. Damit hätte die Oberstufe eine ideale Dimension: Gross genug für ein ideales Freifächerangebot, aber immer noch übersichtliche Strukturen.

Aber, wie eingangs festgehalten, kann sich die Schule Möriken-Wildegg auch im bisherigen Rahmen behaupten und entwickeln. Die möglichen Auswirkungen für die Bauten hat die Kommission in mehreren Varianten, Untervarianten und Etappierungen im Bericht festgehalten und dabei auch jeweils die finanziellen Folgen durchrechnen lassen. «Wir haben unsere Hausaufgaben in Sachen Schulraumplanung gemacht», ist Reinhart überzeugt.

Der örtliche Souverän wird voraussichtlich an der Herbstgemeindeversammlung, wenn sich die Nebel rund um die Zukunft der Kreisschule Lotten etwas gelichtet haben, zu einem ersten Projektierungskredit für die Sanierung der Pavillonschule Hellmatt äussern können.

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