Niederlenz

Viele ärgern sich über den Biber – aber einer sägt ihm ein Denkmal

Lukas Senn sägte mit seiner Motorsäge einen Biber. «Es war mein erster», sagt er.

Lukas Senn sägte mit seiner Motorsäge einen Biber. «Es war mein erster», sagt er.

Der Biber treibt am Aabach sein Unwesen. Deswegen ist er aber nicht nur unbeliebt in der Gemeinde. Ihm zu Ehren wurde sogar eine Holzskulptur erschaffen.

Er nagt und nagt an Baumstämmen, unentwegt, bis er sie gefällt oder sich den Bauch mit der Rinde vollgeschlagen hat: der Biber. Seit drei Jahren soll sich der Nager am Aabach zwischen Wildegg und Niederlenz herumtreiben. «Wir wissen nicht, ob es ein einzelner Biber ist oder mehrere», sagt Willi Bürgi von der Landschaftskommission Niederlenz. «Niemand hat den Nager bis jetzt gesehen.» Er meint, dass der Biber von der Aare heraufgewandert kam. «Er wird immer fleissiger und fällt besonders im Winter viele Bäume.»

Die Bevölkerung aus Niederlenz beobachtet den Biber und sein Tun mit grösstem Interesse – einige ärgern sich gewaltig über ihn. Andere hingegen finden, sein Platz am Aabach sei durchwegs berechtigt, insbesondere da die Aabachmatte vom Kanton erworben und daraus eine naturnahe Fläche geschaffen wurde. «Kommt der Biber ins Siedlungsgebiet, kann es aber schon gefährlich werden», sagt Bürgi. Geliebt oder gehasst – der Biber wird jetzt in Niederlenz in Form einer Holzskulptur verewigt: Kettensägekünstler Lukas Senn aus Rupperswil schuf am Samstag, am spezifischen Rundgang über den Biber am Aabach, aus einem halben Eichenstamm eine Figur. 100 Besucher staunten nicht schlecht, als er innerhalb einer halben Stunde einen Biber in Originalgrösse von 40 Zentimetern aus dem Stamm sägte.

Das vorwitzig dreinblickende Holztier mit seinen Knopfaugen und abgeplattetem Schweif thront auf dem Eichenstamm, der gleichzeitig einen angenagten Ast andeutet. Wie es sich zu einem richtigen Biber gehört, besprayte der Künstler seine Nase schwarz.

Biber im Kindergarten?

Momentan steht der Holzbiber noch in der Werkstatt von Lukas Senn in Safenwil. Da verpasst er seinem Werk den letzten Schliff, indem er es lasiert. «Bleibt die Eiche unbehandelt, wird sie schwarz», sagt der Künstler. In wenigen Tagen wird der Holzbiber nach Niederlenz zurückverfrachtet. Wo sein Platz sein wird, steht noch nicht fest. Gemeinderat und Landschaftskommission fassen einen Kindergarten ins Auge. Da hätte er bestimmt genügend Bewunderer: «Kinder in diesem Alter sind fasziniert vom Biber», so Willi Bürgi.

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