Seengen
Viel mehr als Sitz und Platz

Jugend+Hund feiert 25 Jahre – der Kynologische Verein Seetal war einer der ersten, der Kinder ausbildete.

Janine Gloor und Andreas Walker
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Am Jubiläum mussten Hunde und Jugendliche an verschiedenen Parcours beweisen, wie gut sie als Team funktionieren. Andreas Walker

Am Jubiläum mussten Hunde und Jugendliche an verschiedenen Parcours beweisen, wie gut sie als Team funktionieren. Andreas Walker

Andreas Walker

In Ursula Känel Kochers Teenagerjahren waren Hundevereine nur für Erwachsene mit ihren Hunden. «Ein Angebot für Kinder gab es in den Vereinen eigentlich nicht», erinnert sie sich. Doch das war ihr egal, sie war angefressen und machte mit ihrem Hund bei den Erwachsenen beim Kynologischen Verein Seetal mit. Doch dann schuf die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG) vor 25 Jahren mit Jugend+Hund ein Angebot speziell für Kinder und Jugendliche. Diese Kunde erreichte auch das Seetal. «Der Verein war sehr offen für Neues», sagt Känel Kocher. Als sie auf ein Lager von Jugend+Hund der SKG aufmerksam gemacht wurde, nahm sie teil und machte eine Leiterausbildung. Mit 19 Jahren gründete Ursula Känel Kocher die Jugend+Hund-Gruppe Seetal.

Geschicklichkeit und Gehorsam

Am Samstag feierten in Seengen 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das 25-Jahre-Jubiläum der nationalen Nachwuchsabteilung Jugend+Hund. «15 verschiedene Gruppen aus der ganzen Schweiz waren dabei», sagt Känel Kocher. Zum Beispiel aus Frauenfeld oder auch aus der Welschschweiz seien Teams angereist. Auf dem Fussballplatz Seengen waren zahlreiche Parcours installiert, die von begeisterten Kindern und Jugendlichen absolviert wurden. Bei diesen Parcours mussten sowohl Mensch und Hund auf spielerische Weise verschiedene Aufgaben bewältigen. Etwa den Osternest-Parcours, wo die zweibeinigen Teilnehmer einen Hut mit einem Osternest darauf trugen und mit dem Hund unter einem Tor durchschlüpfen mussten. Dabei durften keine Eier vom Hut fallen, zudem sollte der Hund verschiedene Tunnel in einer bestimmten Abfolge passieren. Ab und zu wurde ein Durchgang unterbrochen, wenn ein Hund sich spontan dazu entschloss, eine bekannte Person am Feldrand zu begrüssen.

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Silbylle Haltiner

Ursula Känel Kocher ist heute Präsidentin der Kommission Jugend+Hund der SKG. Jeden Monat verbringt sie zwei Samstagnachmittage bei jedem Wetter draussen und trainiert mit den Kindern und ihren vierbeinigen Gefährten. Sie leitet auch Kurse für Erwachsene. «Die Kinder sind oft lockerer im Umgang mit den Hunden», sagt sie. Dazu komme, dass die jungen Hündeler sehr ehrlich seien. «Da merkt man als Leiterin schnell, ob etwas ankommt.» Doch sie ist nicht allein, in Seengen ist ein ganzes Leiterteam für Jugend+Hund im Einsatz. Ausser ihr sind alle ehemalige Teilnehmer der Gruppe, die von Känel Kocher ausgebildet wurden. «Auf diese Jugendlichen bin ich sehr stolz», sagt sie. «Sie sind mit Herzblut dabei und zeigen, was passiert, wenn man Kinder und Jugendliche gut anleitet.»