Entsorgung
Viel Geschenkpapier und alte Spielsachen landen im Recycling-Paradies

Derzeit ist Hochsaison im Recycling-Paradies Hunzenschwil. Bis zu 160 Fahrzeuge pro Stunde haben die Sammelstelle am ersten Arbeitstag nach den Festtagen passiert.

Isabelle Schwab
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Nach den Festtagen: Impressionen aus dem Recylcling-Paradies in Hunzenschwil
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Geschäftsfühererin Karin Bertschi.
Das Recycling-Paradies sit so angelegt dass ein Besucher maximal fünf Minuten im Werhof steht.
Etwa vier Mal so viel Abfall wie an einem durchschnittlichen Samstag wurde am 28 Dezember entsorgt.
Auch die inder packen mit an wenn es ums Recycling geht.
Sammelstellenleiterin Berlinda Kuzhnini ist immer zur Stelle wenn Hilfe benötigt wird.
Schnell und effizient werden die ankommenden Autos geleert.
Rätselraten beim Blick auf den Abfall - Wohnungsräumung altes Teil oder Weihnachtsgeschenk.
Immer wieder werden die bereits vollen Mulden wieder geleert - vier Reserven stehen bereit.
Matratzen wurden an diesem Montag besonders gerne etsorgt - aber auch Teppiche waren hoch im Kurs.
Richtiges Recyclen will gelernt sein - von klein an.
Der Ansturm war am ersten Arbeitstag nach Weihnachten gross.
Vor dem Recycling-Paradies reihte sich am vergangenen Montag Auto an Auto.
14 Kubikmeter Glasflaschen wurden entsorgt - Das ist vier mal mehr als normal.
Das Markenzeichen von fleissigen Recyclern ist der offene Kofferraum.
Und so schnell wird aus Geschenks- Altpapier.
Die gute Flasche Champus weilt nun in den ewigen Jagdgründen.
Auch das Fondue Bourguignonne wird hier vorbildlich entsorgt.
Die gesammelten Spielzeuge spendet das Recycling-Paradies einem Kinderheim in Rumänien.

Nach den Festtagen: Impressionen aus dem Recylcling-Paradies in Hunzenschwil

Isabelle Schwab

Gerade jetzt, nach Weihnachten, werden alte Dinge aussortiert oder der Estrich ausgeräumt. Dies zeigt sich im Recycling-Paradies in Hunzenschwil. Peter Maurizzi bringt zusammen mit seiner Frau eine ganze Autoladung alte Spielsachen. «Wir haben noch versucht sie ins Brockenhaus zu bringen, oder auf Ricardo zu verkaufen», erzählt er beinahe entschuldigend, während er Töpfchen, Puzzles und Hulahoop-Reifen auslädt, «aber niemand wollte sie.» Darum würden sie die alten Sachen jetzt hier entsorgen. «Unsere Tochter ist mittlerweile 14 Jahre alt, da nimmt das nur noch Platz weg.»

Armin, Fabienne und Noëlle Aebi, Seon: «Zu Weihnachten habe ich eine Hotwheels-Bahn bekommen.» «Und ich einen Ponyhof.» «Und ich Lego Friends.»
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Marco Kastl, Niederlenz: «Ich bringe immer mal wieder Spielsachen für die Sammelaktion für das Kinderheim in Rumänien. Unsere Kinder brauchen sie sowieso nicht mehr.»
Marco Kastl.
Martin Dambach mit Sohn Diego, Lenzburg: «Jetzt nach Weihnachten fallen vor allem viele Kartonschachteln an. Da nutzen wir die Gelegenheit, sie gleich zu entsorgen.»
Marianna und Monika Kühn, Seon: «Wir ziehen um und entsorgen jetzt ein paar alte Sachen. Zeit, um Weihnachten zu feiern, haben wir zum Glück trotzdem gefunden.»
Dominik Lüscher, Möriken: «Das ist eine alte Rennbahn, die kaputt ist. Sie lag lange auf dem Estrich und wird jetzt entsorgt.»
Emir Ersoy, Niederlenz: «Ich spiele sowieso nicht mehr mit der Bahn. Und ich mag die Spielecke hier im Recycling-Paradies.»
Dominique Imhof mit Sohn Luca.
Dominique Imhof mit Sohn Luca.
Manül Wälti und Christiane Büchli.
Ursula Facen.
Andy Bernhard.
Michael Berner.

Armin, Fabienne und Noëlle Aebi, Seon: «Zu Weihnachten habe ich eine Hotwheels-Bahn bekommen.» «Und ich einen Ponyhof.» «Und ich Lego Friends.»

Isabelle Schwab

Auch leere Kartonschachteln brauchen viel Platz. Ob Lego, Zalando oder Barbie: Fast jedes Weihnachtsgeschenk kommt in der einfachen Verpackung. Ganz vorbildlich brachten am Montag auch viele Kinder ihren Abfall selbst zur Halde. «Mir ist wichtig, dass meine Kinder schon jetzt verstehen, dass man nicht einfach alles in den Eimer werfen darf», sagt Claudia Aebi. Sie ist mit ihren drei Kindern, Armin, Fabienne und Noëlle unterwegs.

Die ganzen Playmobil- und Legoverpackungen hinterlassen ihre Spuren: 3,4 Tonnen wurden am 28. insgesamt entsorgt. «Das entspricht rund dem Vierfachen, eines normalen Samstags», sagt Geschäftsführerin Karin Bertschi. Sie hat mit der Entsorgungslust nach Weihnachten gerechnet. Alle Jahre wieder sei der Ansturm bis Neujahr gross. Dabei würden auch kuriose Dinge entsorgt: Letztes Jahr zum Beispiel ein ganzes Wohnzimmer.

Mit einem grossen Lieferwagen sei vor einem Jahr ein Mann vorgefahren und habe dann erklärt, dass er seiner Frau auf Weihnachten ein neues Wohnzimmer geschenkt habe. Bertschi lacht. «So einen Mann wünscht man sich doch.» Viele Menschen nutzen die freien Tage denn auch, um einmal mehr die Wohnung auszumisten. «Es ist unvorstellbar, was da alles so zusammenkommt», sagt Bertschi. Dass so viel weggeworfen werde, sei ein klares Zeichen für unseren Wohlstand. «Doch es ist auch schön, wenn die Leute hier sozusagen etwas von ihrem Ballast loswerden können. Und das gerade vor dem neuen Jahr. Das macht auch uns glücklich.»

Spielsachen für Rumänien

Nicht alles wird restlos beseitigt, was in Hunzenschwil in der Mulde landet. Noch intaktes Spielzeug etwa wird gesammelt und alle paar Monate von Olivia Bertschi, der Schwester von Geschäftsführerin Karin, nach Rumänien gebracht. «Es bringt einem zum nachdenken, wenn man sieht, wie viel Freude ein ‹weggeworfener› Fussball einem Kind in Rumänien bereiten kann.» Das vom Recycling-Paradies unterstützte Kinderheim NAK Humanitas in Zăbrani, Rumänien, durfte auch zu Weihnachten eine grosse Ladung Spielsachen entgegennehmen. Für Nachschub ist gesorgt: Anfang Dezember ging der letzte Lieferwagen gen Osten. Mittlerweile türmen sich die Spielsachen bereits wieder.

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