Lenzburg
Viel Aufwand für lange Freitage

Seit einem halben Jahr gibt es den «langen Freitag» in der Altstadt. Die Vereinigung Centrum gibt sich speziell kreativ an diesem Abend und lockt auch mit Süssem.

Ruth Steiner
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Das Jori ist zurück: Besitzerin Marianna von Bergen und André Vuilleumier.Chris Iseli

Das Jori ist zurück: Besitzerin Marianna von Bergen und André Vuilleumier.Chris Iseli

Chris Iseli

Im letzten Herbst haben die Altstadt-Geschäfte den «langen Freitag» eingeführt. Jeweils am letzten Freitag im Monat bleiben die Läden bis 21 Uhr geöffnet. Ziel der gemeinsamen Aktion der Vereinigung Centrum Lenzburg ist es, das Geschäft in der Innenstadt anzukurbeln. Individuelle Angebote der einzelnen Geschäftsbetreiber sollen zusätzliches Publikum anlocken, von dem alle Ladenbesitzer profitieren können. So will es das Konzept.

Dass man mit dem vorerst auf zwei Jahre befristeten Pilotversuch im Winter gestartet ist, hat die Sache sicher nicht einfach gemacht. Das habe sich in der Zwischenbilanz, welche die Vereinigung Centrum bei den Mitgliedern kürzlich gemacht hat, niedergeschlagen, erklärt Centrums-Präsidentin Brigitte Becker vom Blumengeschäft Verde. «Die Umfrage hat zu unterschiedlichen Ergebnissen geführt.» Die einen wären mit dem Ergebnis sehr zufrieden gewesen, andere weniger.

Auf Social Media Kanälen werben

Gute Erfahrungen gemacht hat Thomas Schneider vom Augentreff Schneider. «Meine Kundschaft schätzt, dass sie am langen Freitag am Abend nach der Arbeit einen Termin für die Augenkontrolle vereinbaren oder sich eine neue Brille aussuchen kann. So bleibt der Samstag frei.» Auch Tanja Bernold vom Schuhwerk in der Rathausgasse «hatte an diesen Abenden den Laden jeweils voll». Das sei aber nicht von ungefähr, betont sie. Bernold kündigt den «Abendverkauf» jeweils auf verschiedenen Kanälen im sozialen Netzwerk an mit Posts auf Facebook, Instagram, Whatsapp. Zudem gibt es bei ihr immer etwas Spezielles zu Erfahren. «Am langen Freitag im Dezember hatten wir eine Lesung, mal gabs ein Cüpli.» Das Umfeld einladen, auf den Event aufmerksam machen, etwas Spezielles bieten, das ist nötig, will man Erfolg haben, sagt Bernold. «Es braucht einen besonderen Anreiz.» Praktisch alle Ladeninhaber lassen sich für den langen Freitag jeweils etwas Besonderes einfallen. Im «Hömlilade» bei Susanna Rohr gabs nebst modischer Herrenbekleidung auch schon Whiskey für den Herrn (und für die Dame).

Centrums-Präsidentin Brigitte Becker ist überzeugt, dass die Ladenbesitzer mit diesem Konzept untereinander Synergien schaffen können. «Je mehr Publikum jedes Geschäfts anlockt, umso mehr können auch die andern davon profitieren.»

Zu jenen, die etwas weniger rühmen mögen, gehört Christian Ryser vom Büro Ryser. Seine eher durchzogene Bilanz bisher erklärt er allerdings auch noch mit der dunklen Jahreszeit. Ryser hofft auf bessere Geschäfte im Sommerhalbjahr. Ähnlich tönt es bei Maja Gsell in der Boutique am Brunnen. «Ohne eine persönliche Whatsapp-Einladung ist nicht viel gelaufen.»

Strassenmusik im Sommer

Der nächste lange Freitag ist am 31. März. Auch an diesem Datum haben die Centrums-Geschäfte wieder Sonderaktionen geplant. Das Blumengeschäft Verde beispielsweise lädt zur Frühlingsausstellung mit «witzigen, kreativen Frühlingsobjekten». Tanja Bernolds Schuhwerk wird von einem Chocolatier besetzt. Er hat eine von Bernolds Designer-Handtaschen in Schokolade nachproduziert. Sie kann an diesem Abend im Laden bestaunt werden. Selbstverständlich gibts für die Besucher ein Versuecherli vom Maître Chocolatier.

Ab März gibt es laut Tanja Bernold vom Kreativ-Team des langen Freitags, zusätzlich noch Strassenmusik. Bereits hat sie einige Musiker im Köcher. Interessenten für einen Auftritt in der Lenzburger Innenstadt an einem langen Freitag können sich bei Tanja Bernold, Schuhwerk (www.schuhwerk.ch) melden.